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Section I. Die Typographie etc. Die Lithographie.
England, d. b. London, ist berühmt wegen seiner Farbendrucke,und leistet besonders in der bei den Engländern so beliebten und gepfleg-ten Aquarellmanier das Beste, was sich überhaupt leisten lässt. Ausserden eigentlichen Verlegern ist es namentlich die Arundel Society,die sich hauptsächlich' durch Nachbildungen classischer Gemälde ver-dient macht. Ein grosser Theil der schönsten Blätter dieser Gesell-schaft ist jedoch von Storch & Kramer in Berlin ausgeführt. AuchTinerstücke gehören zu den Liebhabereien des englischen Publieums.Die hohen Preise, die dasselbe gern zahlt und der grosse überseeischeMarkt gestatten den Verlegern und Druckern, mit der Plattenzahl ver-schwenderisch umzugehen. Sehr zu bedauern war es, dass England aufder Ausstellung so gut wie unrepräsentirt war, sonst wäre die Brancheder Chromolithographie so ziemlich complet in Wien zur Anschauunggebracht worden. Nur John Day hatte einige gut ausgeführte, aberwenig ansprechende Bilder gesandt. Die naturwissenschaftlichen Wand-tafeln von W. & A. K. Johnston in Edinburgh fielen der Beurtheilungder XXVI. Gruppe zu.
Frankreich producirt verhältnissmäsig weniger Oelfarbendruckeals Oesterreich und Deutschland und übertrifft in der Güte diese nicht,ist dagegen qualitativ und quantitativ voraus in der Verwendung desFarbendruckes zur Illustration von Druckwerken aller Art, namentlichüber Architektur und Ivunstindustrie. Die grossen Unternehmen vonDiclot, Morel und Anderen, wie wir sie schon oben genannt haben, dieWerke über Geräthe und Porcellansammlungen, ja selbst Kochbücher ent-halten Meisterwerke des Farbendruckes, was correcte Zeichnung, tech-nische Durchführung und Naturtreue des Colorits betrifft. Auch inder Verwendung des Farbendruckes für die unzähligen Gegenständeder Papeterie dürften die Franzosen noch einen, wenn auch nichtmehr so grossen Vorsprung wie früher haben.
Von der französischen Lithographie zu sprechen, ohne obenan dieFirma Lern ercier & Co. zu nennen, wenn diese auch von dem eigent-lichen Oelbilderdruck sich fern hält, geht kaum. Was von Claye alsBuchdrucker, gilt noch mehr von Lemercier als Lithograph: diexlus-stellung der Pariser Verleger ist auch die Ausstellung Lemercier’s.Er hatte deshalb für seine Person nur ein Album gesandt, aber welch’eine Quelle reinsten Genusses und lehrreichen Studiums. Mit einemText dazu wäre es das grossartigste Lehrbuch über alle zur Verwen-dung kommenden Methoden. Den Anfang bilden die Schwarzdrucke,man ist fast versucht zu sagen: die farbigenSchwarzdrucke in allenManieren, in den zartesten Contouren, in Halbtönen, indem intensivstenSchwarz. Darauf folgen die Ueberdrucke und die Autographien. Ge-wöhnlich verbindet man mit dem Worte Autographie den Gedanken angeschäftliche Rundschreiben, allenfalls Situationspläne in Umrissen oder