Section I. Die Typographie etc. Die Lithographie. (547
namentlich des Riegel’sehen Verlags in Potsdam, ist ein in seiner Arteinziges Geschäft zur schönsten Blüthe gebracht. Aeltere Baudenk-mäler und Bauunternelnnungen neuerer Zeit, Lehr- und Hilfsbücherfür Baukünstler, Werke über Ornamentik und das Kunstgewerbe, überWasser-, Brücken-, Strassen- und Eisenbahnbauten und dergleichen bildendie Hauptabtheilungen des Katalogs. Als epochemachende Unterneh-mungen erwähnen wir beispielsweise: Die mittelalterlichen Backstein-Bauwerke des preussischen Staates, Das architektonische Skizzenbuch,Bötticher’s Tektonik der Hellenen, Gräb’s Schloss Babelsberg,Hagen’s Wasserbaukunst, Hitzig’s Bauwerke, Laspeyres’ Die Re-naissance in Umbrien, Salz enberg’s Christliche Baudenkmale Constan-tinopels, Schulz’ Danzig und seine Bauwerke, Sehinkel’s und Stü-ler’s Entwürfe, Stillfried’s Alterthümer Hohenzollerns, Das Schloss zuSchwerin. Noch viele andere verdienten eine Erwähnung. Die Stiche,Lithographien, Autographien und Chromographien sind gleich vorzüg-lich; letztere wurden fast alle vonLoeillot ausgeführt, dessen Meister-schaft in der farbigen Wiedergabe von Architekturen unzweifelhaft undeinzig ist; weder England noch Frankreich dürfte vieles Ebenbürtige,jedenfalls keine Werke, die Loeillot’s übertreffen, aufzuweisen haben.Was architektonische Stiche betrifft, so nehmen die Leistungen derGebr. Ritter in Berlin es ebenfalls mit denen der besten Stecher desAuslandes auf. Erst durch die Ernst & Korn’schen Unternehmungenist in Berlin eine tüchtige Schule in dieser Richtung gebildet und nochin den fünfziger Jahren sah es mit den künstlerischen Kräften in diesemFache sehr traurig aus; denn ausser den beiden Gehr. Rauch in Darm-stadt gab es in Deutschland keine anderen architektonischen Stecher. ZurVerbreitung desEinflusses der Berliner Schule, selbst in die weitesteFerne,hat besonders das „Architektonische Skizzenbuch“ beigetragen, das inmehr als fünfmalhunderttausend Heften verbreitet ist. Otto Wigandin Leipzig fand, namentlich auf Grund der technologischen und sprach-wissenschaftlichen Unternehmungen, Anerkennung; leider fiel der thätigeVerleger, Hugo Wigand, der Sohn Otto’s, während seiner Anwesen-heit in Wien der Cholera zum Opfer. Zu nennen sind noch Th. Fis che rin Cassel mit der umfangreichen Zeitschrift „Paleontographica “; dernaturwissenschaftliche Verlag von C. G. Lüderitz; der landwirthschaft-liche von Wiegandt & Hempel; der juristische vonFr.Kortkampf;der sprachwissenschaftliche von G. Langenscheidt; der militärischevon E. S. Mittler (alle in Berlin); der ebenfalls militärische Verlagvon Ed. Zernin in Darmstadt; der kostspielige ägyptologische 'Verlagvon J. C. Hinrichs; die schönen illustrirten Jugendschriften Fr. Br and -stetter’s (beide aus Leipzig); die handelswissenschaftlichen Werke vonJ. Maier in Stuttgart; die architektonischen von C. Wittwer eben-daselbst; der Kinderschriftenverlag von K. Thiene mann aus Stuttgart-und J. F. Schreiber in Esslingen. Der mit den höchsten Ehren ge-