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1 (1874)
Entstehung
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Gruppe XII. Graphische Künste.

Pustets erwähnen wir besonders sein Missale in gross Folio vom Jahre1863, das Graduale in zwei mächtigen Folianten und die Musica sacrades Kanonikus C. Pro ske, 6 Bde. in 4. Von besonderer Bedeutung ver-spricht die Ausgabe des Mis.säle Bonum, mit Einfassungen und Illustra-tionen von Prof. Klein in Wien zu werden, von welchen nur ProbeseitenVorlagen.

Die Werke von Manz schienen uns im Druck etwas gegen die vonPustet zurückzustehen, waren aber ausser mit bunten Bildern mitvielen schön ausgeführten Stahlstichen geschmückt, von welchen Manzeinen bedeutenden Verlag hat(Führig), und von Büchern wissenschaft-lichen und populären Inhalts (Realencyclopädie). Die Länge von seinemDonaupanorama machte es Jedem einleuchtend, wie gut es war, dassdie Ausstellungsräume hoch waren. Franz Sausens Missale undG-raduale sind als Nachbildungen alter Originale typographisch höchstinteressant. Die ersten Ausgaben wurden vor 200 Jahren bei ChristophKüchler in Mainz gedruckt. Die Schriften sind von Genzsch&Heysein Hamburg getreu nach den Originalen geschnitten, auch das alte Papierwurde von Pustet in Regensburg gut imitirt.

Die Braunsche Hofbuchdruckerei inCarlsruhe, dieL.Schel-lenbergsehe Hofbuchdruckerei in Wiesbaden und L. Schwannin Neuss, letzterer namentlich mit Accidenzien in Farbendruck, zeigenStreben nach vorwärts. Die Collectivausstellung von vier HamburgerBuchdruckern (G. J. Herbst, A. F. M. Kumpel, Plesse. & Lührs,F. Schlotke) war eines so grossen Platzes wie Hamburg mit 67 Buch-druckereien nicht ganz würdig; der erste Platz gebührt wohl Schlotkemit seinem Senefelder-Album, die grösste Rührigkeit zeigte G. J. Herbst.

Es bleibt noch die angenehme Aufgabe, über die StuttgarterCollectivausstellung zu berichten. Diese war von folgenden Firmenveranstaltet: J. G. Cotta, G. J. Göschen, Carl Grüninger, Ed. Hall-berger, Em. Hochdanz, A. Kröner, J. B. Metzler, Paul Neff,Martin Rommel und G. Weise. Die Anordnung und Einrichtunghatte Herr Carl Grüninger, der sich bereits um die Beschickung derLondoner Ausstellung 1872 seitens der Württemberger Buchhändlerverdient gemacht hatte, mit vielem Geschick und grosser Ausdauer be-sorgt. Mit Rücksicht auf das, was wir in der Einleitung erwähnten,dürften ein paar Worte über die Aeusserlichkeiten dieser Separatausstel-lung vielleicht nicht ganz werthlos erscheinen. Zwei Seitenwände undeine Rückwand von je 4 m Länge bildeten eine Nische von etwa 16 qm.Die drei Wände waren mit Vitrinen von etwa l^m Tiefe umgehen.Jeder Aussteller hatte den Raum unter einem oder mehreren Glasfensternfür sich; seine Firma war an dem unteren Rande der Fenster mit Gold-buchstaben angebracht. Ueber den Schränken befanden sich Rahmenvon etwa 2 1 / 2 ' m Höhe, auf welchen diejenigen Gegenstände, für welcheWandfläche nöthig war, befestigt wurden. So zu sagen das Eingangs-