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1 (1874)
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Giiippe XII. Graphische Künste.

andere. In Italien, Spanien und Portugal stehen die Leistungen, imGanzen betrachtet, ziemlich auf einer und derselben Stufe des Mittel-guten, auch nicht selten des Mittelmässigen. Auf der Ausstellunggebührte Portugal die Palme insofern, als ein dortiges Geschäft Ar-beiten sandte, die es mit den besten eines jeden Landes aufnelimenkonnten; auch Spanien zeigte manches Gute und stand über Italien,bei dessen Producten der tiefe Verfall der italienischen Buchdruckerei,welcher der Periode der politischen Wiedergeburt und der damit ver-bundenen Wiedererweckung dor typographischen Kunst voranging, mitin Berücksichtigung gezogen werden muss, wenn man billig urtheilenwill. Dass die orientalischen Länder in demselben Verliältniss zuFrankreich, wie die slavischen zu Deutschland stehen, ist fast selbst-verständlich. Türkei und Aegypten hatten einiges Gute gesandt, dochwar das Wenigste als nationale Leistung zu betrachten, denn die Aus-steller sind hauptsächlich Franzosen und arbeiten mit französischemPersonal und Material.

Wie in allen anderen Fabrikationszweigen, so zeichnet sich Eng-land auf dem typographischen Gebiete durch das Gepräge der Solidi-tät aus. Kein Land wechselt in der Typographie so selten die Modewie England; es behält seine breiten, etwas plumpen, aber sehr leser-lichen Schriften und vermeidet für gewöhnlich selbst in Accidenzien dieAnwendung der unzähligen Schriften, die man meistens in Deutschlandfür nothwendig hält. Man kann nicht behaupten, dass die englischenArbeiten durchgängig mit Geschmack gemacht wären, oft ist sogar dasGegentheil der Fall, aber die Vorzüglichkeit des angewandten Materials,die Sauberkeit und Correctheit der Arbeiten lassen uns die Fehlergegen den Geschmack nicht unangenehm empfinden oder söhnen mitdenselben aus, und das Ganze macht gewöhnlich einen befriedigendenEindruck. Leider war die Bepräsentation Englands auf der Ausstellungeine so durchaus unbedeutende, dass ein Vergleich auf Grund der dor-tigen Ausstellung unthunlich war.

Der amerikanische Buchdruck kann keineswegs als ein blosserAbklatsch des englischen betrachtet werden und hat sich seine Wegeselbstständig gebahnt. Was Pressenbau, Stereotypie, Sehriftgiessereibetrifft, so hat Amerika die Schuld an das Mutterland mit Zinsen ab-gezahlt und letzteres bat nach mancher Richtung hin die Erfindungendes Tochterlandes acceptirt. Wir erinnern nur an die grossen Zeitungs-maschinen für runde Stereotypplatten und später für endloses Papier,wie an die automatischen Schriftgiessmaschinen. Bei der überwiegendenWichtigkeit des Zeitungs- und des geschäftlichen Accidenzdruekes in