Druckschrift 
1 (1874)
Entstehung
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Einleitende Bemerkungen.

wodurch die Leistungsfähigkeit nach dieser hin sich wesentlich steigernwürde. Wie die Sachen jetzt liegen, hat eine französische oder eng-lische Buchdruckerei mit 200 Ctr. Schrift wenigstens dieselbe Leistungs-fähigkeit wie eine deutsche mit 300 Ctr. Die Mehrkosten bestehennicht allein in den Ausgaben für die 100 Ctr. Schrift mehr, sonderngehen durch die ganze Geschäftseinrichtung fort. Es würde zu weitführen, dies Capitel hier gründlich zu behandeln, es wird jedoch kaumals ungehörig angesehen werden können, hier eine Frage kurz zuberühren, die von grösserer Wichtigkeit für die deutsche Typographieist, als es vielleicht bei dem ersten Anblick den Anschein hat.

Was für Deutschland gilt, gilt auch für Oesterreich. Die Zeit,wo ein in Oesterreich gedrucktes Buch gleichbedeutend mit einemschlecht gedruckten war, ist ein überwundener Standpunkt, und dieösterreichische Buchdruckerei ist nicht mehr darauf angewiesen, dasszu ihrer Ehrenrettung auf der Weltausstellung die Staatsdruckerei undimmer die Staatsdruckerei vorgeschoben werden muss. Dass dieseselbst dazu einen gewaltigen Anschub gegeben hat, kann Niemandleugnen, und mag gegen Auers Vorgehen Manches zu sagen sein, dieösterreichische Typographie hat keine Ursache, seinen Namen aus derGeschichte gestrichen zu wünschen. Grosse Verdienste hat auch indi-rect Herr von BraumülLer durch seinen Verlag um die Förderungder Typographie in Oesterreich gehabt und die dort mächtig vorwärtsschreitende Papierindustrie hat ebenfalls das Ihrige beigetragen. ImAccidenz- und Werkdruck steht Oesterreich im Allgemeinen nicht hin-ter Deutschland zurück, nur der illustrirte Druck will bis jetzt nichtrecht gedeihen. Dagegen hat es im Zeitungsdruck Deutschland über-flügelt, indem die grossen französischen und englischen Maschinen fürendloses Papier dort sowohl zuerst eingeführt, als auch neu gebaut wur-den. In Oesterreich scheint eine besondere Vorliebe für Antiqua,namentlich für die sogenannte Renaissance- oder Mediävalschrift zuherrschen, welche letztere, wie uns scheint, fast gemissbraucht wird,wie z. B., wenn man den officiellen Ausstellungsbericht mit solcher druckt.

Die Schweiz ist, was Maschinen, Schriften und sonstiges Materialbetrifft, bis jetzt fast ganz von Deutschland abhängig gewesen; sieschliesst sich genau an die deutsche Schule an und leistete Bemerkens-werthes, wenn auch nichts Hervorragendes. Dasselbe ist mit den skan-dinavischen Ländern der Fall, nach welchen Deutsche die Kunst unddie Schrift brachten und erstere längere Zeit hindurch pflegten. Däne-mark leistet von den drei Ländern in den graphischen Künsten dasBedeutendste und steht selbst im illustrirten Druck Deutschland wenignach. Es hat auch jetzt eine Maschinenbauanstalt aufzuweisen, derenFabrikate, sich an die deutschen anschliessend, im Norden vielfach ver-breitet sind; auch eine Farbenfabrik hat sich dort etablirt.

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