Section IV. b. Seidenwaaren.
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bekannt und finden dort willige Nehmer; es befinden sich darunterreiche Artikel von einer ungemeinen Weichheit und Gleichförmigkeit,welche auf die Verwendung der edelsten Rohstoffe schliessen lassen.Auch Gaze und Crepes in den interessantesten Varietäten haben derchinesischen Waare erhebliche Concurrenz bereitet. Zu den bemerkens-werthesten Erscheinungen gehören z. B. die fagonnirten und mit Gold undSilber durchwirkten Stoffe der Wehergesellschaft in Kioto. Diese Weher-gesellschaften, bis vor wenigen Jahren Handelsgesellschaften, sind heutenur noch blosse Vereine zu gegenseitiger Unterstützung und Belehrung.Jeder Fabrikant arbeitet und handelt nunmehr für sich. Einer dieserFabrikanten, Date Yasz’ke aus Kioto, zeigte etwa 20 bis 30 dergeschmackvollsten Dessins, auch Goldhrocate, von denen eine ganze An-zahl in den prächtigsten Mustern und vortheilhaftesten Farbenzusam-menstellungen wirkliche Bewunderung erregten.
Eine ganz neue Erscheinung war auch die mit Goldpapier umlegteSeide, sowie die Verwendung des Goldpapiers, in dünne Streifen geschnit-ten, für die Weberei. Sowohl in Gazen wie in den schwersten Kleider-,Möbel und Tapetenstoffen wendet man dieses schöne Material an, wel-ches dem Gewebe eine grosse Weichheit gieht und den Bruch des metal-lischen Goldfadens verhindert. Das Papier, wird aus Fasern der Maul-beere und des Bambus ohne Chlorbleiche gefertigt. Auch die Gobelin-webereien zu den verschiedensten Zwecken erregten grosses Interesse.
Die japanesische Regierung hat sich den Dank aller Industriellenfür diese Ausstellung erworben; kein Museum für Kunstgewerbe solltesich die Gelegenheit entgehen lassen, Proben dieser Gewebe zu sammeln.
China. Die chinesischen Seidenstoffe sind, wenn sie auch dieErzeugnisse Japans in Schönheit der Muster vielfach nicht erreichen,gleichfalls von ausserordentlichem Interesse gewesen. Die Zeichnungender Chinesen sind häufig barock und unnatürlich und verrathen durch-aus nicht den feinen Geschmack, welcher die japanesischen fast ohneAusnahme auszeichnet. Auch in den Zusammenstellungen der Farbensind jene weit überlegen.
Indessen bot die chinesische Ausstellung doch äusserst bemerkens-werthe Stoffe: Geschmackvolle seidene Gazen, glatt und streifig, Crepes,schöne Damaste, Goldhrocate, Atlas und zahlreiche andere sowohl durchGüte der Qualität wie durch Schönheit der Dessins ausgezeichnete Ar-tikel. Besonderes Verdienst hat sich der österreichische GeneralconsulS. von Overbeck durch die eingesandten werthvollen Ausstellungs-objecte erwoi’ben.