Section II. Baumwolhvaaren.
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gefärbte Stoffe; insbesondere Möbelstoffe und Tücher mit türkisclirothemBoden und illuminirten Farben brachten in vorzüglichster AusführungF. Herose & Co. in Wehr sowie die Tür ki s ehr o tlifär ber ei Ober-staad zur Ausstellung.
Blau- und Küpendruck (indigoblaugrundig mit gelb und orangeAufdruck von mineralischen Beiz- und Deckfarben) war ebenfalls sehrstark und gut vertreten; die Firmen Gebrüder Jentzsch in Halle,Gebrüder Lupp und Ferd. Möhlau & Söhne in Düsseldorf habenes darin zur grössten Vollkommenheit gebracht.
Die Drucker ei dürfte die wichtigste und vor allen anderen Ländernhervorragende Branche der deutschen Balimwollindustrie sein. War diedeutsche Druckerei schon früher, ehe Eisass. und Lothringen zum deut-schen Reiche traten, würdig repräsentirt, so ist die Rolle, die Deutschlandseit dem Erwerb dieser neuen Reichslande in der Baumwolldruckereispielt, noch eine viel günstigere geworden. Die Stellung, welche Frank-reich bisher in dem Callicodruckfache und überhaupt in der Baum-wollindustrie einnahm, hatte es einzig und allein dem Eisass zu verdanken.Wenngleich England mit seiner Massenerzeugung von Druckartikelnden Weltmarkt, wenigstens auf überseeischen Plätzen, beherrscht, sobleibt es doch, was Geschmack und Ausführung betrifft, hinter demEisass weit zurück. Demselben stehen mannigfache günstige Vorbe-dingungen zur Seite. Zuvörderst hat das Bleichverfahren im Eisassseine anerkannten Vorzüge. Ferner wird die Gravüre namentlich inMühlhausen mit künstlerischer Meisterschaft gehandhabt, sowohl durchden Grabstichel auf Moletten und Kupferwalzen, als direct auf letzteredurch Heliographie oder Photographie. Die Anwendung des Pantogra-phen ist im Elsäss keine sehr beliebte, wohingegen derselbe in denanderen deutschen Druckfabriken mit sehr gutem Erfolge vielfachbenutzt wird. Von dem Verfahren, im Wege der Galvanoplastik aufeisernen Cylindern Kupfer aufzutragen, um so die grossen Anlage-capitalien für die Kupferwalzen zu verringern, hat man fast überallAbstand genommen, indem man sich überzeugte, dass der Druck bei derungleichen Härte beider Metalle nicht so gut ausfiel; diese Methodewird meist nur noch zur Aufbesserung von schadhaften Kupferwalzenbenutzt.
Als ein wesentlicher Fortschritt ist zu bezeichnen, dass die viel-farbigen Maschinen immer mehr Eingang sowohl in Deutschland alsim Eisass finden, wodurch die Handdruckerei, welche bereits seit langeim Erlöschen ist, gänzlich entbehrlich wird. Hierbei ist gleichfalls dieErfindung des künstlichen Alizarins von Werth, denn durch dasselbeist es möglich geworden, in Verbindung mit dem echten, die brillantenilluminirten Farben zugleich zu drucken; Maschinen bis zu zwölfFarbensind bereits in Thätigkeit.