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1 (1874)
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513
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Secticm II. Baumwolleinvaaveu.

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Reichthum an Metallen und Brennstoffen sind die wichtigsten Factorenfür ein ganzes System lebensfähiger Gewerbe. Alle diese Vortheile hatBelgien zu benutzen verstanden und' fast alle grossen Industriezweigezu tüchtiger Ausbildung gebracht. Da die Bevölkerung des Landesnicht gross genug ist, um die vielen Erzeugnisse selbst consumi'ren zukönnen, so ist Exportgeschäft in grossem Maassstab nöthig und dasLand weiss diesem Bedürfniss allseitig zu genügen.

Auch die Baumwollindustrie hat es zu grosser Ausdehnung undhoher Vollendung gebracht. Die Zahl der Spindeln, wird auf circa650 000 angegeben. Der Hauptsitz der Baum Wollindustrie ist Ost- undWestflandern, sie wurde in Wien durch drei Collectivausstellungenvorgeführt:

1. durch die Ausstellung der Baumwollindustrie in Gent,

2. durch die Ausstellung der Fabrikanten gemischter Gewebe und

3. durch die Ausstellung der Roclc- und Hosenzeugstoffe vonMouseron.

ln der ersteren befanden sich die verschiedensten Gespinnste vonNr. 4 bis 60, unter denen sich besonders die Firmen E. Desmet & Co.und Parmantier auszeichneten; ferner Gewebe aller Art von dengewöhnlichen bis zu den allerfeinsten, in glatt, fagonnirt und brochirt.Ausgezeichnet schöne mechanische bunte Gewebe in hervorragendemGeschmack, eleganten Farben und Mustern hatten Desmet freres undJ. Dehemptinne zur Ausführung gebracht, während gerippte Stoffe,Beverteens und Baumwollsammete Baertsoen & Buysse in grössterVollkommenheit ausgestellt hatten. Auch die Baumwolldamaste undsonstige mechanische Jacquardgewebe, namentlich die Tischzeuge miteiner dem Leinen täuschend ähnlichen Appretur von Ferd. Lousbergssind von hervorragender Beschaffenheit. Die Kattunfabrikation Belgienswar nur durch einen Aussteller vertreten und wenngleich dessen Fabrikatgut beurtheilt werden muss, so ist doch kein genügendes Urtheil überdie Leistungen dieser Industrie in Belgien hieraus zu gewinnen. Wasdie gemischten Stoffe aus Wolle und Baumwolle auf der Ausstellungbetrifft, so werden dieselben in der Gegend von Gourtray gearbeitet undzeichnen sich durch geschmackvolle Muster und elegante Ausführungaus. Sie werden zu Damenkleidern benutzt und ihrer Billigkeit wegenviel exportirt. Die Ausstellung Mouscrous bestand aus rein baum-wollenen und aus baumwollenen mit Leinen oder Wolle gemischtenWaaren, welche zu Rock- und Hosenzeugen benutzt werden. Sie bildeneinen grossen Exportartikel namentlich nach Südamerika, hauptsächlichPeru und Chili, und machen der Gladbach er Fabrikation eine sehr fühl-bare Concurrenz. Man bedient sich jetzt zu deren Fabrikation fastausschliesslich der Kraftstühle, wodurch ihre Herstellung eine billigeregeworden ist. Die Fabrikate von Mouseron sind sehr belicht undzeichnen sich durch güte Arbeit und geschmackvolle Muster aus.

Wiener Weltausstellung. X. 33