Druckschrift 
1 (1874)
Entstehung
Seite
487
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Section I. Scliafwollenwaaren. b. Gespinnste etc. 487

Von untergeordneter Bedeutung in der Wollenwaarenindustrie sinddie übrigen europäischen Staaten:

Italien fabricirt einzig für den eigenen Consum mittlere Quali-täten, die zwar als zweckentsprechend bezeichnet werden können, aberkeine besondere Entwickelung aufweisen. Hervorragend ist allein dasgrosse Fabriketablissement von Vinc-Rossi in Schio, welches einereiche Collection gut gearbeiteter Modestoffe, verschiedene Tuchqualitätenund sehr schöne und billig notirte Flanelle ausgestellt hatte.

Spanien besitzt gleichfalls eine für den einheimischen Marktarbeitende Wollenwaarenindustrie, deren Leistungen in Modewaarengelungene Imitationen englischer und französischer Vorbilder erkennenHessen, in Tuchen a'ber noch keinen Anspruch an Vollendung machenkönnen.

Hervorzuheben sind die Ausstellungen von Sert Hermanos inBarcelona, J. Vieta & Co. und Ignazio Amat in Tarrasa.

Portugals junge, erst seit einem Jahrzehnt entstandene Industrie,zeigt noch keine bemerkenswerthen Resultate.

Hollands Fabrikation liefert für das Inland und seine Coloniengut gearbeitete Waaren, meistens in mittleren und geringeren Qualitäten,die sich, nach den an gesetzten Notirungen zu urtheilen, durch grossePreiswürdigkeit auszeichneten. Die Tuchwaaren besitzen einen grösserenKörper, und feste steife Behandlung, Eigenschaften, welche das feuchteKlima des Landes bedingt. Modewaaren erscheinen wenig geschmack-voll, dagegen waren in Flanellen und wollenen Decken sehr beachtungs-werthe Qualitäten geliefert.

Hervorragend war die Collectivausstellung der Tilburger Tuch-fabrikanten, sowie J. J. Kranz & Sohn in Leyden.

Die Tuchmanufactur Schwedens weist wesentliche Fortschritteauf und können ihre Leistungen den der grösseren Industrieländerwürdig zur Seite gestellt werden. Dieselbe wird ausschliesslich inNorköping in mehreren bedeutenden Etablissements betrieben, undliefert schwarze und farbige Tuche, Castors, Ratines, Bukskins undandere Modestoffe in vollkommenen Ausführungen und geschmackvollenMustern. Besonders hervorzuheben ist die Drags-Actiengesell-schaft daselbst.

Die norwegischen Tuche aus Christiania und Bergen stehen nochin den Anfängen ihrer Entwickelung.