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1 (1874)
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Gruppe V. Textil- und Bekleidungs-Industrie.

werthesten Fortschritte aufweisen. In manchen dieser Staaten sind eshohe Schutz- oder Prohibitivzölle, welche fremde Fabrikate von derWettbewerbung abkalten; in diesen lässt besonders die Preiswürdigkeitder heimischen Waaren Viel zu wünschen übrig. Dagegen muss mitAnerkennung constatirt werden, dass die Industriellen bestrebt sind,wenigstens in technischer Beziehung, in Qualitäten und Dessins, ihreArtikel zu vervollkommnen und die besten Resultate erreicht haben,ln dieser Hinsicht war besonders die Ausstellung von

Russland, höchst interessant. Dieselbe wies gegenüber früherenAusstellungen namhafte Fortschritte auf. Bemerkenswerth war diegrosse Vielseitigkeit und gute Qualität der Artikel. Allerdings ist dierussische Ausstellungscommission mit grosser Strenge bei der Zulassungder angemeldeten Waaren vorgegangen und hat nur solche aufgenommen,die als vollkommen anerkannt wurden. Wenn daher auch die ausge-stellten Artikel häufig speciell für den Zweck der Ausstellung angefertigtsein mögen, und kein Bild der für den Markt erzeugten Stoffe gewährenso giebt selbst unter dieser Berücksichtigung die Ausstellung die sicht-barsten Beweise der Fortschritte der russischen Wollenwaarenindustrie.Dieselbe hat, geschützt durch einen die Einführung fremder Waarenfast vollständig unterdrückenden ZollJ eine grosse Ausdehnung genommen.Bedeutende Fabriken, die sich den umfangreichsten EtablissementsEnglands und Deutschlands würdig zur Seite stellen, wurden gegründet,die besten, neuesten Maschinen sind eingeführt worden, und die vor-treffliche heimische Wolle giebt ihnen das beste Material zur Verar-beitung. Der Absatz der Fabrikate geschieht hauptsächlich im Inlandeund nach China. Die Ausstellung zeigte durchschnittlich feine schwarzeund wollfarbige Tuche, Satins, Tricots, Moltons, Castors und Damen-tuclie, auch Hosen- und Rockstoffe. Sämmtliche Tuchwaaren besitzeneinen grösseren Kölner und ansehnliche Festigkeit. Die Dickstoffesind nichtsdestoweniger zart und weich gearbeitet. Die Modeartikel,meistens in ansprechenden Dispositionen, bilden eine Nachahmung derfranzösischen und englischen Geschmacksrichtung und belgischer unddeutscher Fabrikationsweise. Die für China bestimmten Dicktuche sindhauptsächlich geringer Qualität und zeigen eine grosse Steifigkeit undHärte, welche Eigenschaften jedoch in jenem Lande besonders gesuchtsein sollen. Die hellen Farben, in denen diese Stoffe gefertigt werden,sind durchgängig schön, rein und klar.

Als die hervorragendsten Aussteller erschienen: A. v. Stieglitzin Narva für schwarze und farbige feine Tuche und Winterstoffe;Willi, v. Zachert inSouprasl für feine und mittelfeine Tuche, Paletotsund Modestoffe; K. & E. Ungern-Sternberg in Dagoe (Estliland);Paul Zurikoff in Zoenigorod bei Moskau; A. Zöpfel in Quellenstein;K. A. Moes & Co. in Choroscht; Ferd. Nitsehe, in Firma: AdolphGottlob Fiedler in Opatowsk bei Kalisch.