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1 (1874)
Entstehung
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476
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476 Gruppe V. Textil- und Beldeidungs - Industrie.

blieben, wenig mehr Vorkommen, andererseits die Kenntnisse in derFabrikation sich immer weiter aiisbilden, gute Einrichtungen und zweck-mässige Maschinen immer grössere Verbreitung gefunden haben. Vonwesentlichem Einflüsse ist auch die reiche Auswahl an dem verschie-densten Rohmaterial, das durch den gewaltigen Import überseeischerWollen den europäischen Märkten zugeführt wurde.

Bemerkenswerth ist die auffällige Zunahme, welche die Anwen-dung der Kunstwolle, d. h. der durch Auflösung und Verspinnen wol-lener Lumpen erzeugten Wollgarne, gefunden hat. Dieselbe hat dieProduction billiger Massenartikel gefördert, die mit Ilintenansetzungder Qualität dem Auge gefällige Waaren bilden, welche vorzugsweisefür den Export geeignet sind und durch ihre niedrigen Preise an einemgrossen, der richtigen Beurtheilung nicht fähigen Publicum nur zuwillige Käufer finden. In der Fabrikation solcher Stoffe leistet Eng-land Ausserordentliches, bedeutend ist auch Belgien, und selbst Frank-reich hat sich in neuerer Zeit diesem Genre in später zu erwähnendenNouveauteartikeln zugewandt. Ueber den Werth und die Berechti-gung dieser Fabrikation herrschen verschiedene Ansichten. Wennauch durch ihre Erzeugnisse den ärmeren Classen die Erwerbungschützender Wollstoffe erleichtert wird, so geschieht es doch nur unterVerzicht auf Dauerhaftigkeit und Solidität, welche allein durch An-wendung von gesundem, frischem Wollhaar zu erreichen ist; sieöffnen der Täuschung und dem Betrüge Thür und Thor und bildeneine Schädigung der reellen Mittelwaaren. Auch in volkswirthschaft-lieher Beziehung erscheint diese Fabrikation äusserst bedenklich. DieVerwerthung der Abfallstoffe, auf welche unsere Industrie so stolz ist,geschieht hier in der unwirthschaftlichsten Weise. Es werden auf sieArbeitskräfte verwandt, deren Leistungen in dem fertigen Fabrikat,wenn wir nicht einzig auf den Preis desselben, sondern auf seineBrauchbarkeit sehen, in unverhältnissmässigem Maasse zu Tage tre-ten. Während unsere Industrie dahin strebt, den Werth der Arbeitim Product durch Anwendung von Maschinen in möglichst geringemMaasse zur Geltung kommen zu lassen, wird dieselbe hier zur Erzeu-gung von Waaren benutzt, deren fast alleiniger Werth in der Men-schenarbeit beruht und daher in der unwirthschaftlichsten Weise ver-wendet.

Wenden wir uns jetzt zur Betheiligung der einzelnen Staaten ander Ausstellung und beginnen mit dem bedeutendsten Lande für dieWollwaarenindustrie, mit

England. Die englische Manufactur, die erste der Weit, welche2 692 760 Spindeln für Streichgarne und 48 140 mechanische Web-stühle für wollene Tuchwaaren (im Jahre 1870) zählte, war auf derAusstellung in nicht ganz entsprechenderWeise vertreten. Nur wenige