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1 (1874)
Entstehung
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474
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474 Gruppe V. Textil- und Bekleidungs-Industrie.

Qualität der Waaren, als ganz besonders in der Composition der Muster.Es rührt dies her von der Anwendung des Webestuhls bei uns gegen-über der Handarbeit der Orientalen, des Webestuhles, dem Alles ge-läufig ist und der hervorbringt, dass keine Stilprobe mehr für uns stich-haltig ist. Semper (a. a. 0. I., S. 23) sieht hierineine der gefähr-lichsten Klippen der modernen Kunstindustrie und der gesammtenKünste und fährt fort mit folgenden schönen, von jedem unsererTeppichfabrikanten zu beherzigende^ Worten:Nur durch principiellesFesthalten an den ewig gültigen Gesetzen des Stiles, durch fleissigesStudiren solcher Werke, die dem Ursprünge der Kunst nahe stehenund an denen sich das Stilgesetz noch in seiner vollsten Naivetät zeigt,sowie durch Beobachten desjenigen, was in den Perioden höchsterKunstbildung aus diesen Motiven hervorging, kann bei diesem Ueber-flusse an Mitteln die Schranke des Gesetzlichen und Schönen erkanntwerden. Genau betrachtet, beweist der Ungeschmack, der sich andiesen Beichthum knüpft, dass wir wussten, ihn zu erwerben, aber nochnicht lernten, ihn zu gebrauchen. Wir sind des Stoffes noch nichtgeistig Herr geworden und müssen uns in dieser Beziehung von Hinduund Irokesen beschämen lassen. Wenn diese Wahrheiten auf derAusstellung manchem Fachmanne klar geworden sind und die Erkennt-niss der Schwächen das Streben nach Besserung wachgerufen hat, sowird die kostspielige Ausstellung kostbare Früchte zeitigen.

b. Gespinnste und Gewebe aus Streichwolle.

Die hochbedeutende Fabrikation von Tuchen und anderen gewalk-ten Stoffen, die in allen Ländern zum Theil für den eigenen Bedarf,zum Theil für den grossartigsten Export nach den entferntesten Ge-genden betrieben wird, war auf der Austeilung in anschaulicher Weisevertreten. Wenn auch wie bei allen Industriezweigen, welche vorzugs-weise Stapelartikel, oder Stoffe mit wenig in die Augen fallenden Mu-stern fabriciren, die Betheiligung der einzelnen Länder keine gleieh-mässige war, sondern die schroffsten Verschiedenheiten obwalteten, solässt sich nicht leugnen, dass mit Ausnahme von England die euro-päischen Industriestaaten in dieser Branche mit anerkennungswertherBereitwilligkeit ihre Fabrikate zur Schau gestellt hatten und ein ge-nügendes Bild derselben geboten haben.

Von einem besonderen Einfluss auf die Entwickelirng der Tuch-industrie war die Verbreitung und Kreuzung der spanischen Merinsochafe.Im Jahre 1760 wurden dieselben nach Sachsen eingeführt, um ihren