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1 (1874)
Entstehung
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414
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414 Gruppe V. Textil- und Bekleidungs-Industrie.

bald ihr erwünschtes Ende finden, so werden die Wollpreisenothwendigeiner sinkenden Tendenz entgegen gehen.

Die Flachspreise haben keine den Baum wollenpreisen analogeReduction, noch eine der Wolle ähnliche Steigerung aufzuweisen. DieProduction dieses Rohstoffes, die bisher fast ausschliesslich den LändernMitteleuropas obgelegen hatte, ist keines besonderen Aufschwungesfähig; im Gegentheil, wir bemerken in den meisten Gegenden eher einenRückschritt, den die Unsicherheit des Ernteertrages, der leicht durchungünstige Witterung geschädigt wird, hervorruft. Belgien ist fastals das einzige Land zu bezeichnen, in dem der Flachsbau fortschreitet.Der vorzüglichen Sorgfalt, welche dort auf die Flachsbereitung ver-wendet wird, verdankt dieses Land die Höhe, die es in diesem Industrie-zweige erreicht hat. Die dem Flachsbau in Belgien gewidmeten Acker-flächen haben sich in den letzten 20 Jahren von 29 879 auf 57 045Hectaren gehoben. Da man dort den Durchschnittsertrag auf 528 KgFaserstoff per Hectare berechnet, würde sich die GesammtproductionBelgiens auf 602 395 Ctr. Flachs belaufen. Trotz dieser grossen Pro-duction führte Belgien an Flachs noch ein:

1869 1870 1871

29 815 544 41 286 412 33 777 912 Kg.

Irland, das in der Flachsproduction immer eine bedeutende Rolleeingenommen hat, ist seit einigen Jahren fortwährend zurückgegangen.Die Armuth des Landes bedingt eine Verwendung der Ackerfläche zuNährpflanzen, und 1871 war wenig mehr als die Hälfte des Areals von1864 dem Flachsbau gewidmet.

Das wichtigste Flachs producirende Land Europas ist Russland,dessen Export dieses Faserstoffes in stetem Steigen begriffen ist. Erbetrug:

1861 1869

an gehecheltem Flachs 1 110 648 1 966 578 Ctr.

an Werg. 272 718 348 909

Da Russland selbst viel Flachs zu gröberen Geweben verarbeitet,veranschlagt man seine Gesammtproduction auf mindestens 12 000 000Pud. Zu diesem kaum einer Ausdehnung fähigen europäischen Pro-ductionsgebiete scheint in eine lebhafte Concurrenz treten zu wollen:Amerika. Dasselbe hat seinen Flachsbau in den letzten Jahren inansehnlicher Weise gehoben und erzeugte

im Jahre 1859: 4 720 145 Pf. Fasern und 566 867 Bushel Samen.

1869:25 783 184 1 197 770

Von hier dürfte der durch die alten Culturländer Europas nichtgenügend genährten Flachsindustrie neue Nahrung kommen. Die Preis-bewegung des Flachses war, wie bei einer Pflanze von so feiner Struc-tur und subtiler Behandlungsweise zu erwarten, keine sehr regelmässige.