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Gruppe V. Textil- und Bekleidungs-Industrie.
dem idealen Sinne verdanken, den sich der Industrielle vermöge seinerBeschäftigung so lange vor allen Berufsclassen erhält, der ihn freudigauch auf diesem Gebiet „das Culturlebcn der Gegenwart fördern“ lässt,wo er sich der Aussicht auf reellen Nutzen von vornherein begiebt.Dieser Nutzen schwindet vornehmlich in den industriellen Gebieten,auf denen vermöge der ausgebreiteten Communicationsmittel der Zu-sammenhang der Producenten mit den Consumenten durch dieEigenthümlichkeit ihrer Erzeugnisse ein besonders inniger gewordenist; unter ihnen steht obenan die Textilindustrie. Kein Gewerbszweigerleichtert durch die Möglichkeit, seine Products in kleinen Abschnittenohne grosse Kosten und Mühe den Interessirenden vorzulegen, dieenge und häufige Verbindung des Fabrikanten mit seinen Abnehmern,wie dieser. Nirgend wie hier ziehen Reisende und Agenten in solcherZahl durch alle Lande, erleichtern die billigen Postporti die Versendungvon Mustercollectionen in die entferntesten Gegenden, aus denen derKäufer sich vollständig über die Qualitäten und Dessins der gewünschtenWaaren zu orientiren im Stande ist. Fehlt hiernach dem Fabrikantenaus der Textilindustrie vielfach der Antrieb, seine Waaren auf die Welt-ausstellung zu senden, so sieht er sich, falls er sich dazu entschliesst,noch häufig in den berechtigten Ansprüchen, die er an das Arrange-ment der Stoffe stellen kann, getäuscht. Bei der grossen Mehrzahlunserer Gewebe, deren Werth nicht auf dem ins Ange fallendenMuster, sondern auf der Güte der Qualität beruht, wird, wenn dieselbenwie leider so häufig, hinter Glas und Rahmen ausgestellt werden, eineBeurtheilung vollständig unmöglich. Das Aufhören der Verpflichtungder Preisangabe hat vielen für den äusseren Anblick unscheinbarenStoffen die Bekanntmachung ihres einzigen Werthes — der Billigkeit —geraubt. Glücklicher sind die Artikel, welche durch reiche Dessinirungdie Augen der Besucher auf sich ziehen, noch mehr die, bei denen sichdas Muster mit einer Grösse verbindet, welche die leichte Versendbar-keit in Proben verhindert. So sahen wir vor Allem in Wien den Zweigder Weberei, bei dem die letzteren Eigenschaften besonders zutreffen,— die Teppichindustrie —, in vorzüglichster und gleichmässigsterWeise vertreten, während sich auf allen anderen Gebieten, vornehmlichin den glatten billigen Stapelartikeln, eine sehr lückenhafte Betheiligungherausstellte. Solche Erwägungen schienen am meisten in dem prak-tischen England maassgebend gewesen zu sein, dessen hochbedeutendeWollenwaarenindustrie auf der Ausstellung fast gar nicht, die Baum-wollen-, und Leinenindustrie ebenfalls in durchaus nicht dem Umfangeentsprechender Weise vertreten waren. Es dürften sich daher aus derBetheiligung der Textilindustrie an der Wiener Weltausstellung dieSätze abstrahiren lassen: Das Interesse an den Weltausstellungen fürbestimmte Artikel ist um so geringer, je leichter dieselben in Musternoder Abschnitten, aus denen ihre Eigenthümlichkeiten vollkommen