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lung in Wien die stattliche Zahl von mehr als 11 000 Nummern erreicht.Indessen ist nicht zu leugnen, dass, wenn auch die absoluten Betheili-gungsziffern der Textilindustrie ein nicht unbedeutendes Wachsthumaufweisen, doch die procentale Betheiligung am Ganzen im Abnehmenbegriffen ist. Wenn sich diese Erscheinung auch zum Theil durch denimmer .erweiterten Kreis von Natur-, Kunst- und Industrieproducten,welche in den Bereich der Ausstellungen gezogen wurden, erklärt, sowirken hierbei doch wesentliche in der Natur der Branche selbst undin ihrem Verhältnisse zu den Ausstellungen als solchen liegende Gründemit, die nicht unwichtige Schlüsse auf das gesammte Ausstellungswesengestatten dürften.
Es hat sich besonders in der vorjährigen Ausstellung in Wien einemerkwürdige Ungleichheit in der Betheiligung der einzelnen Branchender Textilindustrie und der einzelnen Länder herausgestellt, welche,weit entfernt eine zufällige zu sein, vielmehr in den sofort zu ent-wickelnden Motiven ihre Berechtigung findet. Aehnliche Erfahrungen,die nur dem Fachmann kenntlich sind, dürften sich auch auf anderenindustriellen Gebieten gezeigt haben, und zur V erallgemeinerung derhier aus denselben gezogenen Schlüsse dienen.
Plan und Zweck der Weltausstellungen haben mit jedem folgendenVersuche, der auf diesem Gebiete gemacht worden ist, Erweiterungengefunden. Der praktische Gesichtspunkt: die Zusammenstellung dervorzüglichsten Producte aller Länder zum Zwecke des Lernens und derErweiterung der Anschauungen von Seiten der Producenten, und An-knüpfung neuer Verbindungen mit den zahlreichen Consumenten,welche dahin zusammen strömen, tritt mehr und mehr in den Hinter-grund. Die Weltausstellungen werden grosse culturgeschichtliche Insti-tutionen, welche, wie das Programm von Wien besagt: -„das Culturlebender Gegenwart und das Gesammtgebiet der Volkswirtschaft darstellenund deren weiteren Fortschritt fördern sollen.“ Die praktische Seitehat allerdings seit dem ersten grossen internationalen Wettkampf, derim Jahre 1851 in London veranstaltet wurde, viel an Bedeutung ver-loren. Die Communicationsmittel sind in den letzten zwei Decennienin bedeutender Weise vermehrt und verbessert worden; der Bildungs-grad der gewerblichen Classen hat sich ansehnlich gehoben; Producentenund Consumenten sind sich hierdurch geistig und räumlich in den ver-schiedensten Beziehungen näher getreten. Der Industrielle findet esin vielen Fällen nicht mehr von praktischem Nutzen, die bedeutendenmateriellen Ausgaben, welche die Beschickung einer Ausstellung ver-ursacht, aufzuwenden, da er seinen Absatzkreis auf minder kostspieligeund direct erspriesslichere Weise ausdehnen kann, und hieraus folgtsofort auch eine Verminderung des instructiven Werthes der Ausstel-lung für ihn. Man kann behaupten, dass die Ausstellungen die grosseBetheiligung, welche sie noch heute gemessen, zu nicht geringem Theile