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1 (1874)
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Gruppe VI. Leder- und Kautschuk-Industrie.

Wien; Anton Lassnig in Cilli; Leopold Lenzi in Roveredo;Bernardin Noriller in Roveredo; Martin Hassek Wittwe undSohn in Trebitsch; J. S. Hoffmann in Klagenfurth; DomenicoCanestrini in Roveredo; Friedrich Goebel in Wien; BernhardWeiss in Wien; Jakob S. Goldschmid in Smichow bei Prag;Israel Hauptmann in Bolechow und David Kreitner in Hohen-bruch bei Königgrätz.

Aus der grossen Zahl ausgestellter brauner und schwarzer Spalt-stücke für Schuhwerk geht für uns hervor, dass der österreichische Fabri-kant das Falzen aus dem Aescher aufgegeben hat, wobei nur Leim-leder zir gewinnen ist, er dagegen durch Anwendung der Spaltmaschineein werthvolleres Product zu erzielen versteht. — Nicht unbedeutendist die Fabrikation von Oberleder aus Calcutta-Ifips.

Schliesslich haben wir eines besonderen Industriezweiges zu erwäh-nen, der auf der Ausstellung durch Joseph Fogesund Lucas Hart-hauser in Wien vertreten war: das Umfärben und Appretiren echtenrussischen Juchtens zu den Zwecken der Portefeuillefabrikation. Diegleiche Manipulation wird in den rheinischen Fabriken, auch in Parisund London in grossem Maasse betrieben. Proben waren aber nurvon einer Fabrik in Bonames ausgestellt.

Ungarn bedarf zum eigenen Gebrauch grosser Quantitäten schwarzgenarbter und gezogener Oberleder, die ihm zum grösseren Theile vonden inländischen Fabriken in genügender Qualität geliefert werden.Unsere Collegen wollen wir bei dieser Gelegenheit auf das ausgestellteModell einer Maschine aufmerksam machen, die dazu bestimmt ist, denParallelzug respeetive den Carreau auf dem schwarzen Oberleder zuerzeugen. Diese Maschine war durch A. Schmitt & Co. in Gross-Bossonzur Ausstellung gebracht und dürfte unserer Ansicht nach die frühereschwierige Manipulation auf einfachere Weise ersetzen. Die genannteFirma hat recht gelungene Sattlerleder zur Ausstellung gebracht undverdienen die Fabrikanten doppelte Anerkennung, da sie den Muthhatten, in einer von dem Verkehre abgeschnittenen höchst unwirthsamenGegend Ungarns eine der grössten Gerbereien des Landes zu errichtenund es verstanden haben, diese mit Erfolg zu betreiben.

Russland nimmt einen hohen Rang in der Fabrikation t von fei-nem schwarzen und braunen Kalbleder und Stiefelschäften ein. Die vonNicolai Brusnizin, Nicolai Th. Hübner, Alexander E. Emil-janoff, sämmtlich in St. Petersburg, und Stanislaus, Frölich inWarschau ausgestellten Kalbleder, Schäften und Vorschuhe waren voneiner unübertroffenen Feinheit der Zurichtung und Weichheit des Le-ders; letztere Eigenschaft ist um so auffallender, als die Leder äusserstschwach geschmiert sind. Begünstigt wird die Fabrikation allerdingsdurch die Güte des Rohmaterials selbst — das russische Kalbfell hat