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1 (1874)
Entstehung
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Gruppe IY. Nahrungs- und Genussmittel etc.

wegen ihrer billigen Preise bei guter Qualität namentlich den Fabri-ken in Europa, welche Manilatabacke als Rohmaterial benutzen, eineempfindliche Concurrenz schaffen. Freilich nur in dem Falle, wennSortiment und Arbeit mit grösserer Sorgfalt ausgeführt werden, alsdies bisher geschah. Die Fabriken der meisten französischen Colonienproduciren fast durchgängig nur für den eigenen Consum oder für denAbsatz an die Neger (Bouts de negre), ihre Fabrikate besitzen somitfür den Welthandel keine Bedeutung, nur der auf der Insel Martiniqueerzeugte vorzügliche Schnupftaback Macouba macht eine Ausnahme.Unstreitig haben in Algier die grössten Fortschritte in der Taback-fabrikation stattgefunden; namentlich trugen dazu die Steuerfreiheitund die Verwendung von sehr geschickten Arbeiterinnen bei. Die Fa-brikate zeichnen sich durch grosse Wohlfeilheit aus, ihr Rohmaterialist der im Lande gezogene Tabaek, dem aber seines ungleichmässigenBrandes und scharfen Geschmackes wegen keine hervorragende Stel-lung eingeräumt werden kann. Im Jahre 1870 wurden 2 614 200Stück Cigarren im Werthe von mehr als y 2 Mill. Franken nach Frank-reich abgesetzt; während sich die Gesammtausfuhr Algiers an Taback-fabrikaten auf 517 854 Kg belief.

Von noch geringerer Bedeutung sind die Producte der portugiesi-schen Colonien, deren Fabrikation sich hauptsächlich auf Rauch- undKautaback beschränkt,

Amerika. Durch vorzügliche Leistungen zeichneten sich die Aus-steller aus Brasilien vor jenen aller sonstigen, aussereuropäischen Länderaus. Paulo Joäo Cordeiro aus Rio Janeiro führte vortrefflichen Schnupf-taback vor, mehrere Firmen aus den Provinzen Para und Bahia sehr guteRauchtabacke (Borba) sowie Cigarren, sowohl sorgfältig gearbeitet, alsauch preiswürdig in der Qualität. Besonders hervorragend waren dieCigarren in allen Formaten von G. A. Schnorbusch in Bahia und dieRegalias von R. Cortina ebendaselbst. Das erstgenannte Haus hat inneuerer Zeit versucht, durch Anwendung von Wickelformen den Be-schädigungen der brasilianischen Cigarren durch den Wurm vorzubeu-gen. Sollte es auf diesem Wege gelingen, diesen grossen Feind zuvertilgen, was aber ein erfahrener deutscher Fabrikant bezweifelt, sowäre damit die bis jetzt unmögliche Versendung der Cigarren Brasi-liens nach Europa ausführbar und somit ein grosser Absatz in Aus-sicht gestellt, da dieselben sich durch ihr reines Rohmaterial und einesehr sorgfältige Arbeit sicherlich viele Liebhaber erwerben würden.

Die in ganz Südamerika stark consumirten Cigarrillos waren auchdurch einige brasilianische Firmen vertreten.

Sie fanden sich ebenfalls mit Cigarren und Schnupftaback zusammenin der Abtheilung der Vereinigten Staaten von Venezuela vor. Sämmt-liche Proben waren von untergeordneter Qualität und Arbeit; augenschein-