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1 (1874)
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280
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280 Gruppe IV. Nahrungs- und Genussmittel etc.

Ungarn, Rumänien, Russland, Polen, Schweden, Norwegen, Dänemark,Belgien, Luxemburg, England, Frankreich, Schweiz, Italien, China,Australien und Brasilien Proben vorführten.

Die zahlreichste Betheiligung wies Oesterreich-Ungarn auf, 56Brauer von dort hatten über 200 Sorten Bier geschickt. So wieder-holte sich auch hier die gewöhnliche Erscheinung, dass die Angehöri-gen desjenigen Landes, im welchem die Ausstellung stattfindet, verhält-nissmässig zahlreicher erscheinen als Fremde. Bei einem dem Verder-ben so leicht unterworfenen Artikel, wie das Bier, wird dies um somehr der Fall sein, und von den ausländischen Brauereien werden vor-zugsweise nur Sorten von grosser Haltbarkeit, die sogenannten Export-biere, der Prüfung der Jury unterbreitet werden.

In keinem Lande hat die Brauerei solche Fortschritte gemacht alsin Oesterreich. Während noch vor wenigen Jahren die Müncheneroder bayerischen Biere die erste Stelle einnahmen, ist ihnen jetzt inden Wiener und böhmischen Bieren ein mächtiger Concurrent erwach-sen. Die hellen Biere sind gegenwärtig allerwärts beliebt und die con-sistenteren dunkeln Sorten treten mehr und mehr in den Hintergrund.

Diese Umwälzung, diesen Fortschritt hat der verstorbene Brauerei-besitzer Anton Dreher in Klein-Schwechat bei Wien angebahnt, des-sen Verdienste der Rath der Präsidenten der Jury durch Verleihungdes Ehrendiploms an seine Firma anerkannt hat. Durch ihn wurdeder Grund zu dem Fabrikationsverfahren gelegt, welches in kurzerZeit in Oesterreich mid von da in Deutschland grosse Verbreitung fand.Damit steht auch die ausserordentliche Zunahme der Bierproduction inOesterreich im Zusammenhang. Während dieselbe 1861 (11) sich aufrund ll'l Milk Eimer belief, erreichte sie 1872 den Betrag von 20'3Mill. Eimern oder 11490 000 111. In noch höherem Grade, als ander-wärts gelangt bei den österreichischen Brauereien der Grossbetrieb zurHerrschaft, mehr und mehr sind die kleineren ausser Stande, zu con-curriren. So hat sich seit 1860, trotz der gestiegenen Production,ihre Zahl stetig vermindert; während dieselbe damals 3314 betrug,belief sie sich 1872 in ganz Oesterreich-Ungarn auf 2636, somit 678weniger oder 205 Proc., gegen eine Steigerung der Production um ,62Proc. Um zu zeigen, welche Ausdehnung einzelne Brauereien dortgewonnen haben, mögen folgende Angaben dienen. Es erzeugten 1871die Brauereien zu:

Schwechat.

St. Marx.

. 293188

Liesing.

. 288 547

Brünn .

. 162 725

Hütteldorf.

. 155 152

Ottakring . . . . .

. 129 096

Pilsen (Bürgerschaft) .

. 150 547