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1 (1874)
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Gruppe IV. Nahruugs- und Gemissmittel etc.

L i q u e u r e.

Zunächst dem Weine hatten auch die Spirituosen eine zahlreicheVertretung in Wien gefunden; über 2000 Sorten und zwar weitausdie Liqueure darunter vorherrschend, wurden von 800 Ausstellern vor-geführt.

Ihre Beurtheilung verursachte erhebliche Schwierigkeiten , ja sieführte vielfach zu einem zweifelhaften Resultate, da, bei der Mannigfal-tigkeit der Fabrikate und der verschiedenen Geschmacksrichtungen inden einzelnen Ländern, die Jury nicht immer mit Zuverlässigkeit überden Werth'einer Probe entscheiden konnte. Sie richtete deshalb vor-zugsweise ihre Aufmerksamkeit darauf, ob die betreffenden Liqueure,wie schon im allgemeinen Theile dieses Berichtes erwähnt wurde, mitFehlern behaftet waren oder nicht. Als solche sind namhaft zu machen:1) Verwendung von schlecht gereinigtem Spiritus oder Sprit, 2) zurasche Destillation der Pflanzenstoffe mit Weingeist und die dadurchbedingte Schärfe im Geschmack, 3) unrichtiges Mischlings- oder Men-genverhältniss der ätherischen Oele und Aetherarten, so dass der Ge-schmack eines einzelnen zu sehr hervortrat.

Aus Brasilien hatten A. F. Ferreira & Comp, in Pernambucosowie Machado und Cusson zu Rio Janeiro vorzügliche Sorten ein-gesendet, ebenso aus Portugal Bello & Comp, in Lissabon. In derspanischen Abtheilung herrschten namentlich die Anisliqueure starkvor. Unter den Ausstellern Frankreichs zeichneten sich einige Fabri-kanten von Bordeaux, Lyon und Paris durch gute Proben von Char-treuse, Curagao, Anisette und Cacao aus, dagegen erhielten auch dieLiqueure vieler Firmen die Nummer 0.

Aus Italien waren verherrschend Proben seines berühmten Wer-muths eingegangen, vermochten aber nicht, sich grosse Anerkennungbei der Jury zu erwerben, da bei manchen sich die Gährung eingestellthatte, andere nicht die nothwendige Klarheit oder einen schlechten Bei-geschmack besassen. In sehr guter Qualität führten den Liqueur vor:Cinzano & Comp, in Cuneo, Isola bella Zanini und Galliani zuMailand,Martini Sola & Comp, in Pessione und Felice VittoneinMailand. In sonstigen Liqueuren waren nur wenige Fabrikanten Italiensbemerkenswert]!, meistens besassen ihre Producte den Geruch und Ge-schmack von unreinem Weingeiste und Hessen in der Bereitung ebenso wenig einen Fortschritt erkennen, als der Wermuth.

Der schwedische Punsch, welcher nicht nur in Europa, sondernauch ausserhalb Absatz gefunden hat, war durch zahlreiche Proben ver-treten und fand allgemeine Anerkennung. Durch sehr gute Qualitätmachten sich bemerklich J. N. von Bergen & Sohn in Carlshamm in