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Section III. Wein, Bier etc. I. Wein.
Theils gelangt oft viel schweflige Säure in den Wein, um die Gäh-rung zu unterdrücken, theils gelingt zuweilen nur zu gut die Absichtund es bleibt zu viel Zucker unzersetzt zurück. Beide Fehler kamennicht selten bei den deutschen Proben vor und hatten trotz ihres ganzverschiedenen Einflusses auf die Beschaffenheit des Weins bis zu einemgewissen Grade die gleichen Folgen, indem Weingeschmack und Bouquetmehr oder weniger verdeckt waren, so dass die Weine nicht in demgewünschten Maasse munden, den Consumenten weniger zum Trinkenanregen. In Folge eines zu hohen Zuckergehaltes war bei einigenProben Rheinwein dessen eigentlicher Charakter ganz verschwundenund die Jury hegte einstimmig die Ansicht, dass ein solches Süsshaltenverwerflich sei, wenn auch einzelne Händler hei derartigen Weinenausnehmend hohe Preise erzielen. Es scheint daher rathsam, weder znviel Schwefel zu verwenden noch eine zu grosse Menge Zucker imWeine zu erhalten. Mehr als irgendwo legt man in Deutschland einengrossen Werth darauf, alte Weine zu besitzen, ja man kann sagen, mausucht darin einen gewissen Stolz. So findet man in den meistenbedeutenden Kellereien des Margräfler Landes Weine von 20 bis 30oder mehr Jahren. Es ist sicherlich ein gutes Zeichen, sowohl für denWein als auch für dessen Behandlung, wenn er nach so langer Zeitnoch eine gute Qualität besitzt. Aber bei der heutigen Vorliebe fürjunge feurige Weine eignen sich die alten nach den in Hamburg sowiein Wien gemachten Erfahrungen nicht für internationale Ausstellungen,sie finden keine Anerkennung, mögen sie auch als solche recht gut sein.
Der Zeitpunkt, bei welchem ein Wein den Charakter eines altenerhält, lässt sich nicht nach der Zahl der Jahre bemessen, es hängt diesvon der Traubensorte ab, welche zu seiner Bereitung diente, von derWeingegend, der Behandlung. So kann nach einer gewissenZahl von Jahren ein Wein noch zu jung, dagegen ein anderer schonzu alt sein. Es muss deshalb dem Aussteller die Beurtheilung über-lassen bleiben, ob sein Wein das zur Ausstellung geeignete Alter besitztoder nicht.
Weine des R h e i n g a u e s.
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Der in den Aemtern Rüdesheim und Eltville erzeugte Wein wirdvorzugsweise Rheinwein genannt. Es finden sich dort 2195 IlectarenWeinberge. Wie schon angedeutet, übertrifft der Rheinwein an Feinheitalle übrigen. Dies ist namentlich einer Rebencultur, einer Behandlungder Trauben und ihres Products zu verdanken, wie man sie nirgendssorgfältiger findet. Für die hochfeinen Sorten findet eine Auslese statt,oft nach den einzelnen Beeren, so dass auf 7 bis 8 Leserinnen eine