252 Gruppe IV. Nahrungs- und Genussmittel etc.
keine sorgfältige. So findet man auf Reisen in Gastliöfen und bei denwohlhabenderen Privaten Weine, welche zu viel Essigsäure enthaltenoder getrübt oder sonst fehlerhaft sind. Auch in Wien machte sichdies bei der Prüfung bemerkbar, wie folgende Zusammenstellung derden Sorten einiger Provinzen ertheilten Noten zeigt.
Provinz
Anzahl
der
ausgestellten
Sorten
Anzahl der
Sorten mit
Nr. 1
Nr. 2
Nr. 3
Nr. 0
Alessandria . . .
51
8
12
14
17
Cuneo ......
14
5
3
2
4
Pavia ......
6
—
1
1
4
Como.
5
—
1
1
3
Verona.
25
i
9
8
7
Modena .....
10
—
—
3
7
Bari.
12
—
' 3
3
6
Catania . . • .
17
4
5
- 4
4
Trapani ......
8
ü
3
1
2
Von den Proben aus Cuneo, Catania und Trapani (hier die Mar-salaweine) waren mehr als die Hälfte von anerkennenswerther Qualität,während umgekehrt von den Weinen von Pavia, Como, Modena undBari die Hälfte oder noch darüber die Nummer 0, somit das Prädicat„fehlerhaft“ erhielten.
Gestattet zwar eine solche kleine Anzahl noch keinen sicherenSchluss auf den Zustand der Weinbereitung in der betreffenden Pro-vinz, so deutet sie immerhin vorhandene Missstände an.
Der hauptsächlichste Fehler dürfte wohl in dem ungenügendenSchutze gegen die Luft bei der Gährung sowie bei dem späteren Lagernder Weine zu suchen sein, wodurch nur zu häufig bei dem warmenKlima die Bildung der Essigsäure oder das Auftreten sonstiger ungün-stiger Eigenschaften veranlasst wird.
Die Prüfung der italienischen Weine zeigte, dass man in neuererZeit mit gutem Erfolge die Kellerwirthscliaft zu verbessern strebt. Eshaben sich zu diesem Zwecke vielfach Gesellschaften gebildet, derenVorangehen mit einem guten Beispiel sehr fördernd wirkt. Sie erwerbensich damit grosse Verdienste; so die italienische Weinbaugesellschaftin Alessandria und die önologische Gesellschaft in Sanfre (Cuneo), welchebeide in Wien sehr gute rothe und weisse Tischweine ausstellten. DieFirmen Mathäus Fissore in Bra (Cuneo) und Marchese Vittorio
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