Druckschrift 
1 (1874)
Entstehung
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. Die Werke der bildenden Kunst gemeinsam mit den Produeten derIndustrie zur Ausstellung zu bringen, ist bereits' so sehr allgemeines,selbstverständliches Herkommen geworden, dass es zwecklos erscheinenmuss, die mannigfachen Bedenken, welche schon wiederholt gegen diegefährliche Nachbarschaft oder wohl gar Vermengung der beidenGebiete angeregjt wurden, abermals anzuführen. Die Bedenken sindoffenbar zu leicht befunden worden oder wenigstens nicht hinreichendin die Wagschale fallend, um die Vortheile der gemeinsamen Ausstel-lung aufzuheben. Es lässt sich auch nicht leugnen, dass die Weltaus-stellungen bis jetzt den besten Anlass boten, weiten Kreisen den gegen-wärtigen Kunstbetrieb anschaulich zu machen und. sie über die sonstselten zugänglichen Kunstrichtungen der anderen Völker zu belehren;wer aber die Verbindung der Kunstausstellung mit der Industrie-ausstellung anstössig findet, vergisst, dass die Kunstindustrie, welchedoch auf einer Industrieausstellung nimmermehr vermisst werden darf,vielleicht ihren wichtigsten, jedenfalls ihren fesselndsten Bestandtheilbildet, als natürlicher Vermittler dient, dass überhaupt nur durch dieGruppirung der Kunst unter die verschiedenen Arbeitskreise die Fragegelöst werden kann, welche Rolle jene in dem Haushalte unseres natio-nalen Lebens spiele. Einzelne Bedenken lassen sich nicht zurückwei-sen. Es hält schwer, in dem Getümmel einer Weltausstellung dieStimmung zu gewinnen-und zu behalten, welche zu der Betrachtungeines Kunstwerkes erforderlich ist, dieses selbst kann nur selten derihm angemessenen Umgebung, der richtigen Beleuchtung sich erfreuen.Die Masse der Eindrücke zerstört die Deutlichkeit und lässt bei derMehrzahl der Besucher nur ein verschwommenes Bild übrig. Miteinem Vf orte: der ungetrübte, lautere Genuss eines Kunstwerkes wirdsehr erschwert, wenn nicht gar ganz unmöglich gemacht.

Kunstgenuss, so wird man entgegnen, ist überhaupt nicht Zweckund Ziel der Ausstellungen. Wie die Maschinen und die Produete desGewerbfleisses hier nicht ihre endgültige Wirksamkeit entfalten, son-dern nur als Proben dienen, um darnach den Stand und den Fortschrittder verschiedenen Industriezweige zubeurtheilen, so sind auch die Bild-werke nicht ausgestellt, um einzeln genossen zu werden, sondern um