Sectiou III. Andere Zweige des Hüttenwesens. Kupfer. 79
sowie auch Cliili besitzen, und zu einem beträchtlichen Theile bereitsselbst zu Raffhmdkupfer, oder wenigstens zu Regulus, verarbeiten.
Von dieser interessantenEntwickelung und tkeilweisenVerschiebungder Kupferindustrie gab leider die Ausstellung wegen Nichtbetheiligungder betreffenden Länder kein Bild.
Das deutsche Reich producirte 1870 in 28 Werken 175000 Ctr.Kupfer, im Werthe von 4 668 000 Thlr. Es ist im Ganzen arm aneigentlichen Kupfererzen und besitzt hauptsächlich nur am Rande desHarzes ein ausgedehntes, den Zechstein begleitendes Kupferschieferflötz,welches aber höchstens 63 cm mächtig und nur zu 5 bis 18 cm ver-wendbar ist, mit 1'6 bis 4 Proc. Kupfergehalt und 0'15 bis 0'56 Proc.Silber vom Kupfer. Von geringerer Bedeutung ist dagegen das Kupfer-erzvorkommen von Westfalen, Rheinland, dem Harz und anderen Ge-genden Deutschlands. Einen lebhaften Aufschwung hat die Zufuhrüberseeischer Erze, namentlich silberhaltiger mexikanischer genommen,und wurden durch die Coalition der Hütten vom Oberharz, von Frei-berg und Mansfeld, welche eine dem localen Betriebe entsprechendeErzvertheilung unter einander vornehmen, günstige Erfolge erzielt.
Das erwähnte Kupferschieferflötz wird von der MansfelderKupferschiefer hauenden G esellschaft zuEiglehen ausge-beutet, welcher die internationale Jury wegen ihres mustergiltigen,auf stetes Fortschreiten bedachten Betriebes das Ehrendiplom zuerkannte.Durch Brennen der Erze und darauf folgendes Verschmelzen in Schacht-öfen erzeugt man einen Kupferstein, der nach der Abröstung aufSchwefelsäure der Entsilberung durch den Ziervogel’schen Processunterliegt. Letzterer, 1844 erfunden, verdrängte das 1843 bis 1848bestandene A u g u st in’sehe Verfahren, welches hinwiederum an dieStelle der frühem Amalgamation getreten war. Seit 1867 sind sechs-förmige Schachtöfen mit erhitztem Winde eingeführt, wovon eine Zeich-nung und ein Modell ausgestellt war, ferner Jfilns bei der Röstung aufSchwefelsäure neben den bereits 1864 bis 1866 in Anwendung gebrachtenSchüttöfen, und endlich wurde durch-die Benutzung reicher Entsilbe-rungsmehle der Schwarzkupferprocess abgeworfen. Das Concontrirenund Raffiniren des Kupfers geschieht in Flammöfen. Eine Tabelle,welche die Mansfelder Production während des letzten Jahrhundertsgraphisch darstellte, gab deutliches Zeugniss von der beträchtlichenZunahme der dortigen Metallgewinnung. Die Kupferproduction, 1772nur 7000 Ctr. betragend und längere Zeit nicht wesentlich sich erhe-bend, stieg 1856 auf 28 000 Ctr., 1864 auf 40 000 Ctr., 1868 auf64 000 Ctr. und erreichte 1872 die Höhe von 110000 Ctr. Von letzte-ren sind 92 000 Ctr. Raffinad, 18000 Ctr. Garkupfer, ausserdem wurden458 Ctr. Silber und gegen 91000 Ctr. Schwefelsäure von 50° B. erzeugt.
Eine Pyramide, welche den Mittelpunkt der Ausstellung der obenerwähnten vereinigten Blei-, Kupfer- und Silberhütten bildete, stellte