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1 (1874)
Entstehung
Seite
77
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Sectiou III. Andere Zweige des Hüttenwesens. Allgemeines. 77

füttern der Puddelöfen. Das gewöhnliche Extractionsverfahren bestehtin chlorirendem Rösten und Auffangen der entweichenden sauren etwaskupferhaltigen Dämpfe in Condensationsthiinneii, Auslaugen, mit reinemWasser oder schwächeren Laugen, dann mit ungesäuertem Wasser, undschliesslich Niederschlagen des Kupfers mit Eisenabfällen oder Eisen-schwamm. Nach Gribbs auf den Bede metal works bereits eingeführtorMethode wird das Kupfer mit Schwefelwasserstoff ansgefällt, den mandurch Zersetzung von Schwefelnatrium mittelst Kohlensäure gewinnt,indem man die von der Kupferfällung abgehenden an Natriumsulfatreichen Laugen auf Soda verarbeitet.

In der neuesten Zeit sucht man auch den in den abgeröstetenkupferhaltigen Schwefelkiesen fast niemals fehlenden geringen Silber-und Goldgehalt, welcher nach J. A. Philipp s durchschnittlich 0'0027 Proc.Silber und O'OOOl Proc. Gold beträgt, nutzbar zu machen. Ein grosserTheil des erstem und auch ein Theil des letztem geht nämlich indie einen Kochsalzüberschuss enthaltenden kupferhaltigen Laugen, undlassen sich die edlen Metalle daraus nach Claudets 1870 angegebenerMethode mittelst Jodkalium und Jodzink ausfällen. Dieses Verfahrenist versuchsweise bereits auf einzelnen englischen Werken zur Anwen-dung gekommen und scheint genügend einfach und lohnend zu sein.

Auch in Deutschland, wo der nasse Weg der Kupfergewinnung zuStadtberge, Linz, Braubach n. s. w. seit längerer Zeit mit mehr oderminder günstigem Erfolge ausgeführt wurde, wendet man diesemProcesse neuerdings erhöheto Aufmerksamkeit zu, wie die 1873 in Betriebgesetzte, auch auf der Wiener Ausstellung repräsentirte Extractions-»anstatt zu Ocker am Harze betlüitigt.

Bei der Verarbeitung dos Werkbleies auf Silber verdrängtdas 1864 von Boudehen erfundene mechanische Pattinsonirenmehr und mehr das ursprüngliche Pattinsoniren mit Hand, undmit beiden ist hinwiederum die Parkesschc Entsilberung mittelstZinkes in starke Concurrenz getreten, welche bald das üebergewichterlangen dürfte. Das letztere sehr interessante Verfahren hat bekannt-lich eine Reihe von Entwickelungsphasen durchmachen müssen, ehe eszum Durchbruch kommen konnte, an die wir hier flüchtig erinnernwollen. Nachdem bereits 1842 Karsten auf die Thatsache aufmerksamgemacht hatte, dass das Zink grosse Verwandtschaft zum Silber, dagegennur geringe zum Blei' besitzt und das edle Metall letzterm nahezuvollständig zu'cntziehen vermag, wurde die Zinkentsilberung von Parke s1851 in England auf denLlanelly lead works eingeführt, was KarstenAnlass gab, seine Versuche auf der Friedrichshütte zu Tarnowitz 1852in grösserm Maassstahe wieder aufnehmen zu lassen; später erwarbensich weitere Verdienste um die Ausbildung des Verfahrens Roswag inSpanien, Pirath&Juug zu Commern, H erb s t & Fl ach zu Call in derEifel, einen gesicherten Stand erhielt aber dasselbe eigentlich erst durch