Deutschland auf der Wiener Weltausstellung 1873. 29
Bayern 1750, aus Sachsen 707, aus Württemberg 542, aus Baden 312,aus Hessen 281, aus den übrigen Staaten 765, im Ganzen also 7759Ausstellungen, unter welchen indessen manche eine grössere Anzahlvon Ausstellern umfassten. Da die damaligen Angaben naturgemässnoch vielen Schwankungen unterliegen mussten, so ordnete die Central-commission, um baldmöglichst zu einer gewissen Verificirung derselbenzu gelangen, die Veröffentlichung der Namen der angemeldeten Aus-steller an und liess jedem Betheiligten das Verzeichniss der seinerGruppe angehörigen Aussteller mittheilen. Die dadurch einem jedengewährte Wissenschaft von dem Umfange der Betheiligung seiner Ge-werksgenossen war sichtlich von belebender Wirkung; sie verknüpftenicht nur den Einzelnen, indem sie ihn seinen Mitgenossen öffentlichzur Seite stellte, fester mit der Sache, sondern sie machte auch allenvon Neuem die Nothwendigkeit fühlbar, in dem Wettkampf mit ihrenGewerksgenossen ehrenvoll zu bestehen. Um so sicherer durfte dieCentralcommission auf das Erscheinen derjenigen rechnen, welche nun-mehr ihre Betheiligung nicht ausdrücklich zurückzogen. In der Thatwar die Zahl derjenigen, welche nachträglich zurücktraten, ungewöhn-lich gering. So weit die Centralcommission von derartigen Rückzügenausdrücklich und so zeitig vergewissert wurde, dass sie die getroffenenAnordnungen ohne erheblichen Nachtheil für das Ganze zu ändernvermochte, hatte sie keinen Anlass, darüber zu klagen; bei der Leitungeiner jeden Ausstellung muss dies Element in Rechnung gebracht wer-den. Anders aber dort, wo der Rückzug zu spät oder ohne jede Er-klärung erfolgte. In der Verletzung der einmal gegebenen Zusagemusste sie hier eine rücksichtslose Schädigung der allgemeinen Inter-essen erblicken, welche die Betheiligten um so mehr dem öffentlichenTadel aussetzte, je mehr man nach der Bedeutung ihrer Stellung aufeine ehrenvolle Vertretung des heimischen Nationalfleisses rechnen durfte.Nicht ohne Grund hatten deshalb einzelne Landescommissionen beschlos-sen, die Namen derjenigen, welche in solcher Weise ihrem Worte sichentziehen sollten, der Oeffentlichkeit Preis zu geben. Wenn dies gleich-wohl nicht geschehen ist, so liegt darin ein Anerkenntniss des opfer-willigen Entgegenkommens, dessen die Behörden bei der Organisirungder Sache sich zu erfreuen hatten. Vor Allem gebührt diese Anerken-nung der Grossindustrie. Gedenkt man der misslichen Verhältnisse,mit welchen gerade sie in jener Zeit zu kämpfen hatte, so wird mandie Aufopferung würdigen, durch die sie auf der Ausstellung die Ehreder deutschen Arbeit zu wahren gewusst hat. Aus der grossen Zahlder ihrem Bereich angehörigen Anmeldungen hat die Centralcommissionnur sehr wenigen gegenüber einen Mangel an opferwilligem Gemeinsinnzu empfinden gehabt.
Als die Einrichtung der Ausstellung vollendet war, belief sich dieZahl der deutschen Ausstellungen, von den temporären und additionellen