28 Deutsch!and auf der Wiener Weltausstellung 1873.
Proteste nahmen noch lange die Arbeitskräfte der Centralcomniissionin Anspruch.
Günstiger gestaltete sich die gleiche Aufgabe in Ansehung derKunst. Die Raumvertheilung ging hier unter anderen Verhältnissenvor sich. Von jeher war in Deutschland die Zulassung der angemel-deten Kunstwerke, abweichend von den übrigen Ausstellungsgegenstän-den, von einer Vorprüfung ihres Werthes abhängig gemacht worden.Auch dieses Mal wurde an dem Grundsätze festgehalten. Demgemässwaren durch Vermittelung der Landescommissionen in den wichtigstenKünstlerorten Prüfungscommissionen eingesetzt worden, welchen dieangemeldeten Arbeiten vorgelegt werden mussten. Die Commissionenentschieden über ihre Zulassung als Organe der Centralcommission.Sie waren ermächtigt, von allen denjenigen Künstlern, welche recht-zeitig ihre Betheiligung angemeldet hatten — aber auch ausschliess-lich von diesen — die für die Ausstellung bestimmten Arbeiten ent-gegenzunehmen. Nach Maassgabe des für die deutsche Kunst zur Ver-fügung gestellten Raumes und auf Grund vorheriger Verständigungmit Vertrauenspersonen der deutschen Künstlergenossenschaft war deneinzelnen Prüfungscommissionen das Verhältniss bezeichnet, in welchemsie über den vorhandenen Raum zu Gunsten der hei ihnen eingehen-den Werke verfügen durften. Von den Behangflächen der Kunsthallewurden etwa 950 qm für die fünf preussischen Commissionen, 1040 qmfür die Commission in München und etwa 500 qm für die sechs übri-gen deutschen Commissionen bestimmt. Wenn in diesem Zahlenver-hältniss eine besondere Rücksicht auf die Münchener Künstler sichausdrückt, so glaubte man die Rechtfertigung dafür in der lebhaftenTheilnahme zu finden, welche gerade in München der Kunstausstellungentgegengebracht wurde. Die Commissionen entledigten sich ihrerAufgabe mit Schnelligkeit und Umsicht. Die zur Verfügung gestell-ten Räume wurden nach einigem Bemühen genügend befunden, die zu-gelassenen Kunstwerke, wenn freilich auch nicht überall in vortheil-hafter Anordnung, unterzubringen.
Deutschlands Betheiligung.
13.
Die bereits durch den Umfang der Raumansprüche bekundeteungewöhnliche Theilnahme an der Ausstellung fand demnächst in derZahl der angemeldeten Aussteller ihre volle Bestätigung. Die ersteüebersicht hierüber empfing die Centralcommission im Laufe des Som-mers 1872 aus den Vorlagen, welche von den Landescommissionen zurPrüfung der Raumansprüche gemacht wurden. Zu den 26 Gruppendes Programms waren danach angemeldet aus Preussen 3402, aus