890 Gruppe II. Forst- und Landwirthschaft.
Diese weissen Zeiclien und ihre Grösse unterscheiden die Berkshire-schweine von denen aus Essex und Suffolk, die ganz schwarz sind.Die Berkshireschweine haben den Vorzug vor den eben genanntenRacen, dass sie stärker sind, die Kälte besser vertragen können undbesser dazu geeignet sind, ihr Futter selbst im Walde zu suchen.“
„Das Berkshire Schwein hat eine grössere Lage mageren Flei-sches von der besten Qualität und nimmt im Verhältniss des zu sichgenommenen Futters mehr als irgend eine andere Race an Gewicht zu.Es hat den Vortheil vor den weissen Racen, dass es in der Sonne keineBlasen bekommt, dass das Fleisch von besserer Qualität ist und dasses früher zur Reife kommt. Berkshire Schweine werden viel nachden Vereinigten Staaten und nach Canada ausgeftihrt, wo siesehr beliebt sind.“
Herrn Swanwick’s Herde besteht aus 20 bis 25 sorgfältiggewählten Sauen, die nur zum Verkauf von Zuchtschweinen gehaltenwerden.
Aus Deutschland hatten die Züchter der Akademie Eldena unddes Herrn Schön in Breslau, beide aus Preussen, ausgestellt; ausser-dem der Vertreter der Herren Duckering & Son in England, dieFirma Schütt & Ahrens in Stettin einige Thiere aus der berühmtenvon ihr vertretenen Herde. Die ersteren erhielten die Anerkennungs-,die letzteren die Verdienstmedaille.
Das Berkshireschwein hat vor den weissen englischen Ra-cen noch den Vorzug, dass es abgehärtet ist, für das Klima in Deutsch-land sich eignet und eine gute Fruchtbarkeit bei einem guten Gedeihender Ferkel besitzt; seine weitere Verbreitung ist daher wünschenswerth.In England ist es bekanntlich die hei den Farmern beliebteste Race,weil es bei grosser Schnellwüchsiglceit sich leicht mästen lässt und einwohlschmeckendes, nicht zu fettes Fleisch liefert.
2. Schweine der kleinen weissen Race.
Von dieser nur sehr wenig vertretenen Race hatte Herr v. Mag-nus auf Drehsa schöne Exemplare von der sogenannten Windsor raceausgestellt. Dieselbe führt ihren Namen von den im Windsorparkgelegenen und der Königin Victoria gehörigen Farmen, wo sie aufder sogenannten Druryfarm von dem Prinzen Albert, dem Gemahlder Königin, gezogen worden ist. Als Zucht für feine Fleischschweineist diese Race unübertroffen, sie mästet bei schneller Entwickelung sichleicht, ist aber weichlich und eignet sich nur für solche Wirthschaften,wo feine Fleischschweine für den Markt der grossen volkreichen Städtegezogen und hoch bezahlt werden. Sie werden vorzugsweise in Verbin-dung mit ausgedehnten Milchwirthschaften gehalten und mit den Ab-fällen aus denselben gemästet.