IV. Die Wolle.
Berichterstatter: Schalt) urg in Herzberg.
Wenn Seitens der Landwirthe Wolle auf Ausstellungen gebrachtwird, so geschieht dies von vornherein mit dem Bewusstsein ein-geschränkter Bedeutung. Auf diesen Ausstellungen kann nur dieQualität der Wolle und deren Werth für die Fabrikation geprüft wer-den. Damit wird aber für die praktischen Ziele der Landwirthschafteine wenig, oder doch nur nach einer Richtung hin zutreffende Ent-scheidung gefällt. Die für den Landwirth bei der Schafzucht entschei-denden Momente, die Futterverwerthung, das Schurgewicht der Thiere,die Figuren derselben, die Rentabilität unterliegen nicht der Prüfungdes Publicums. Lassen sich doch dieselben nicht einmal durch eineThierschau selbst demselben unterstellen! Auf den Ausstellungenwird die hochedle Wolle stets den Sieg über die anderen Gattungendavon tragen. Und wenn die Jury auch, wie es in Wien geschehenist, für die Beurtheilung gewisse Unterschiede macht nach der ver-schiedenen Bearbeitung bei der Fabrikation, so ändert dies wenig andiesem Resultat, hauptsächlich, weil die Züchter von Thieren mitWolle von noch so praktischer Bedeutung, aber doch untergeordneterQualität, dieselbe nicht dem Auge des Publicums aussetzen wollenneben den hochfeinen Wollen, und sich von den Ausstellungen mehrzurückhalten. Wenn sie dies aber nicht thun, wenn sie in die Concur-renz eintreten, können sie in einem Vliess, das ungewaschen einige 10 Kgwiegt, dieselbe Gleichmässigkeit und Ausgeglichenheit produeiren, diewir an dem etwa Ibis U^Kg wiegenden Vliesse eines Electoralschafessehen, welches vielleicht nur am Oberkörper Wolle trägt? Und wennder Landwirth, welcher das erste Vliess vielleicht in der deutschen,das andere in der ungarischen Abtheilung sieht, auch beschliesst, ausder ersten Herde für die Zukunft seine Böcke zu beziehen, der Preis-richter hat nur die Qualität der beiden Vliesse zu prüfen, und wirddem letzteren eine höhere Prämie bewilligen als dem ersteren.
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