B. Landwirtlischaft. II. Die lauclwirthschaftl. Maschinen. 811
runde, weder durch Siebe noch durch Gebläse vom Getreide zu trennendeSamen abscheiden.
In Deutschland und Oesterreich waren noch viele interessanteSortir- und Reinigungsmaschinen für Mehl und Getreide ausgestellt,welche aber nicht mehr zu den eigentlichen landwirtschaftlichenMaschinen, sondern zu den Maschinen für die Müllerei gehören.
Futt erzub er eitungsmaschineu.
Die Maschinen zur Zubereitung des Futters, .wie Häcksel-maschinen, Rübenschneider, Schrotmühlen etc., waren inallen Ländern durch vielerlei Systeme reichlich vertreten.
Beinahe alle Werkstätten, welche in Deutschland überhaupt land-wirtschaftliche Maschinen anfertigen, bauen Futterzubereitungsmaschi-neu, während sich in England durch die fortwährend wachsende Speciali-sirung der Bau dieser Maschinen in wenigen Fabriken concentrirt bat,unter welchen namentlich Richmond & Chan dl er mit ihren Häcksel-maschinen hervorragten.
Bei der grossen Masse von Futterzubereitungsmaschinen, welchealtbekannte Formen in allen möglichen Variationen vorführen, ist esschwer, etwas wirklich Neues zu finden, denn diese Maschinen werdenschon so lange gebaut, dass wesentlich Neues und Gutes kaum mehranzubringen ist.
Auffallend ist es, dass einige Fabrikanten an den Häckselmaschinendie Gewichte zum Zusammenpressen der Speisewalzen durch Federnersetzt haben, welche nicht nur dem Lahmwerden ausgesetzt sind, son-dern auch bei verschieden dicker .Einlage sehr verschieden pressen.
In Deutschland ist auch schon der Anfang zur Fabrikation vonFutterzubereitungsmaschinen als Speciali.tät gemacht, indem die nochjunge Fabrik von II. Lanz in Mannheim nur solche Maschinen undkleine Dreschmaschinen baut und jetzt schon jährlich circa 4000Dreschmaschinen und circa 4000 Häckselmaschinen im Jahre liefert.
Solche Erfolge der Specialisirung, die wir in Deutschland in ähn-licher Weise bei den Säemaschinen finden, zeigen recht deutlich, dassunsere deutschen Fabrikanten nicht nur unseren deutschen Market mitlandwirthsehaftlicken Maschinen versorgen, sondern auch den Englän-dern und Amerikanern im Osten Concurrenz machen können, sobald siesich auf die Fabrikation weniger Artikel beschränken, statt ihre Kräftedurch vielseitige Fabrikation zu zersplittern.