Druckschrift 
2 (1874)
Entstehung
Seite
742
Einzelbild herunterladen
 

742

Gruppe II. Forst- und Landwirtlischaft.

Von England verdient nur besondere Erwähnung eine Partie vonHenry Clayton, Son & Howlet ausgestellten Torfproben, ei'zeugtdurch eine Herrn Clayton & Howlet 1872 patentirteMaschine, derenEinrichtung durch ausgelegte Zeichnungen erläutert war. DieseMaschine ist mehrfach in Kord-Wales, Schottland, Yorlcshire und imNorden Irlands in Gebrauch. Sie wird von einer 6pferdigen Dampf-maschine getrieben und erzeugt täglich aus 80 bis 100 Tonnen rohenTorf 15 bis 20 Tonnen comprimirten, trocknen Torf in kleinen Torf-ziegeln von 7 bis 8 cm Länge, knapp 5 cm Breite und cmHöhe. Die Erfahrungen über Comprimirung des Torfes sind in Eng-land sehr ungünstige gewesen. Nachdem man sich über 200 Jahremit Erfindung von Maschinen abgemiiht hatte (das erste Patent fürZubereitung des Torfes zur Eisenindustrie erhielt im Jahre 1620 ein HerrW.Thompesson) und etwa250Patente ertheilt waren, sagtH. Sloghtin den Berichten der Highland society of Scotland (1838), dass eskeine Maschine gebe, welche durch eine einzige Operation die grösstmögliche Verbesserung des Torfes als Brennmaterial bewirken könne.So stand die Sache bis 1872, und glauben die Herren Clayton &Howlet das Problem gelöst zu haben, nämlich eine grosse QuantitätTorfmasse schnell und billig durcheine Operation zu erzeugen,bei welcher die faserige, schwammige Structur zerstört und ein compri-mirterTorf erzeugtwird. Soweit die ausgestellten Proben demAeusse-ren nach erkennen lassen, waren sie allerdings vortrefflicher Qualität.

Indische Abtheilung von Grossbritannien.

Der Forstwirthschaft Indiens wendet man seit einer Reihe vonJahren von Seite der Regierung viel Aufmerksamkeit zu. Die intelli-gente Anregung des forstlichen Generaldirectors für Indien, eines ge-borenen Deutschen, Dr. Br an dis, hat wohl wesentlich dazu beigetra-gen, in dieser wichtigen Frage rüstig vorwärts zu schreiten. Eine Anzahljunger Engländer wurde auf deutschen Akademien (Münden, Neustadtund Tharand) und in Frankreich (Nancy) gebildet, um durch dasStudium allgemein forstlicher Kenntnisse sich ein leichteres und schnel-leres Verständniss für die indische Praxis zu erwerben, welche natür-lich himmelweit verschieden von der unserigen ist. Thatsächlichwäre es dem indischen Amte wohl möglich gewesen, mehr als blossForstproducte auszustellen, z. B. die im Anfang der 1870 er Jahre er-schienenen, officiellen statistischen Werke mit Karten über die ForsteIndiens und deren Verwaltung, man hatte sich aber damit begnügt,einige Waldproducte zu liefern. Wir erwähnen von den nicht uninter-essanten Sammlungen vorzüglich folgende, welche gute Bezeichnungenund Bestimmungen enthielten:

Forstinspection der Centralprovinzen 53 Stück Hölzer undGummi.Forstinspection im District Salem der Präsidentschaft Ma-