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Gnippe II. Forst- und Landwirtlischaft.
Zunächst verdient Algier rühmlich hervorgehohen zu werden.Ein vom Ministerium des Innern für den Zweck der Ausstellung ge-arbeiteter Specialkatalog gehörte mit zu den besten, die man erhaltenkonnte, und behält auch bleibenden Werth, da er mit statistischen,natur- und wirtschaftswissenschaftlichen Notizen reich versehen ist.
Höchst interessant war der von Mr. Cordier, Gutsbesitzer, ausge-stellte Eucalyptus globulus sammt zugehörigem Herbarium. Dieser austra-lische Baum wurde 1857 von Kamel in Frankreich eingeführt, 1860im Garten von Hamma (bei Algier) durch Hardy cultivirt, bald dar-auf auch von Cordier auf seinem Gute, wo er 1864 den ersten Ver-such machte, ganze Bestände anzupflanzen. Andere folgten ihm, undin nicht zu langer Zeit waren 80000 Stück des riesig wachsendenBaumes gepflanzt. 1867 sandte Hardy einen siebenjährigen Stammzur Ausstellung nach Paris, dessen Dimensionen allgemeine Bewun-derung erregten. In Algier herrscht gegenwärtig eine wahre wirt-schaftliche Begeisterung für diese Holzart, welche vortrefflich gedeiht,ein zehnjähriger Baum erreicht eine Höhe von 16 bis 18 m und eineStärke von 50 cm. Der Werth eines solchen Zuwachses ist bedeutendgenug, um mit den besten anderen Culturen in die Schranken treten zukönnen. Cordier führt übrigens seit einigen Jahren in seinem Gar-ten mit anderen Arten des Eucalyptus vergleichende Versuche aus, imBezug auf dies grossartig schnelle Wachsthum scheint keine Art denCrlobulus zu erreichen (vielleicht E. resinifera)-, unter etwa 60 cultivirtenArten gewinnt der Genannte von 15 bereits Samen.
Sehr wertkvoll war ferner eine forstbotanische Sammlung vonE. Lambert, gegenwärtig Forstmeister in Algier. Diese Sammlungbestand aus 139 Proben verschiedener Hölzer und aus einem Herba-rium mit 215 Arten, beziehungsweise Varietäten, welches die ganzeFlora der forstlich wichtigen Gewächse Algiers enthielt, endlich aus75 Kohlen verschiedener Holzarten. Der Specialkatalog theilt wissen-schaftlich und wirthschaftlich wichtige Notizen bezüglich der einzel-nen Holzarten, Dichtigkeit u. s. w. mit.
Nicht viel minder von Bedeutung als Ausstellungsobject war fernereine reiche Sammlung verschiedener exotischer Holzarten, welche derDirector des Versuchsgartens zu Hamma, Riviere, eingesendet hatte,ebenso eine Holzsammlung von derForstverwaltun gzuConstantine.Erwähnung verdienen sehr nette Masern von Thuja, und Haide wur-zeln (bruyere) aus dem Departement Oran, ausgestellt durch Cha-in otte in Mascara. (Dieselben Wurzeln von Erica arborea werden übri-gens auch in den französischen Landes vielfach zu Pfeifen verarbeitet.)
Unter den Korkausstellungen waren besonders zu nennen diedes Direetors der Korkgesellschaft in Bone (Dep.de Constantine), Le-febvre; diese Gesellschaft benutzt 6800 Ha Wald, beschäftigt 150 Per-sonen und macht jährlich ein Geschäft von 250 000 Frcs. Pierre