730 Gruppe II. Forst- und Landwirthscliaft.
Ueber den Stand derForstwirthscbaft vermochte diese Ausstellungnur dadurch' einige Andeutung zu geben, dass ein beigefügtes Werk:Le Portugal. Considerations sur l’ctat de Tadministration, des finan-ccs, de Vindustrie et du commerce de ce royaume et de ses colonies parA. de Figueiredo (Insbonne 1873) auch einige forstliche Notizen ent-hielt. Die Staatsforsten betragen nur 20 013 Ha, die übrigen Waldun-gen 100 000 Ha. Sind unter dieser Fläche die anliegenden Inselnnicht mit begriffen, wie es wahrscheinlich ist, so entfallen, da das Fest-land 8 954 010 Ha hält, auf 100 Ha Landesfläche nur 1'34 Ha Waldund auf 100 Einwohner (1870 zählte man 3 988187) nur 3‘01 HaWald. Der grösste zusammenhängende Wald ist dervonLeira, 991411a,in welchen Pinus maritima vorherrscht. Daselbst ist eine Harzfabrik,welche jährlich ' 150 000 Kg exportirt, hauptsächlich nach England,Holland und Hamburg. Ausserdem werden daselbst jährlich 15 000Stück nach dem System Boucherie imprägnirte Telegraphenstangen ge-liefert , ebenso der Theer für die Marine. Ein vorzüglich wichtigerBaum ist die Korkeiche, denn es wurden beispielsweise 1870 über10^/2 Mill. Kg roher Kork exportirt. Ueber die Korkeichenwal-dungen selbst fanden sich keine Notizen. Der Bericht erkennt dietraurige Waldarmuth an und sagt unter Anderm wörtlich:
„Man ist mit Sorgfalt bemüht, das Land zu bewalden, welchesnicht genug Wald hat, namentlich in den westlichen Provinzen Beiraund Estramadure, wo es grosse ausgedehnte Wüsteneien giebt', und wodie Berge mit Haide bewachsen sind, ebenso an den Ufern der Flüsse.“Dabei hat man vorzüglich sein Augenmerk auf den Anbau der Kork-eiche gerichtet. Ob diese in den alten Wüsteneien sofort gedeihenkann, oder ob nicht ein Vorbau von Kiefern nothwendig wäre, das zuentscheiden ist Sache der portugiesischen Fachgenossen, wir deuten die-sen Gedanken hier nur an.
7. Norwegen.
Obgleich Norwegen mit mehr als 22 Proc. Wald der Gesammt-fläche, nämlich mit 1500 bis 1800 geographischen Quadratmeilen Waldversehen ist, obgleich es für 8'09 Millionen Species Forst- und Holzindu-strieproducte 1871 ausführte, hat dasselbe doch nur die letzteren, aberkeine Forstproducte ausgestellt. Der Specialkatalog giebt indessen einigestatistische Notizen. Der Forstbetrieb ist.jine der wichtigsten Erwerbs-quellen. Die Waldungen bestehen grossentheils aus Kiefern (norwe-gisch Furu) und Fichten (norwegisch Gran), welche bis 1000 bis900 m Seehöhe emporsteigen. Seit 1840 hat der Holzexport sol-chen Aufschwung genommen, dass in den letzten 30 Jahren gegen100 Millionen Species für diesen Artikel eingenommen worden sind.