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2 (1874)
Entstehung
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540
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540 Gruppe XIV. Wissenschaftliche Instrumente.

beträchtliche Zahl, welche nebst den Erfahrungen anderer Gegendenbeweist , dass die Bevölkerung immer mehr Werth auf richtig gehendeUhren legt.

Die astronomische Prüfung zeigte zugleich den vortheilhaften Ein-fluss, den die Philippssclien Endcurven sowohl bei cylindrischen alsbei platten Spiralen äussern. Eigentliche Verbesserungen am Bau derTaschenuhren waren nicht vorhanden, wenn man nicht etwa die vonFrankfeld als solche ansehen will, welcher die Platinen theilt, umden Gang für sich zu reguliren, und dann die beiden Theile verbindet.

Aus der Schweiz kamen im Ganzen nur die besten Geschäfte nachWien, aber diese hatten zahlreiche und feine Taschenuhren ausgestellt.Die meisten Taschen- und Schiffschronometer waren mit äusserstgünstigen Gangtabellen von den Sternwarten in Genf und Neu-chätel begleitet. Kein einziges Schiffschronometer hatte Hilfscompen-sation J ), und doch haben sie nach den Gangtabellen einen mittlerentäglichen Gang von -f- 0'15 bis -j- 0'5 Sekunden mit einer Maximal-differenz von 2" in vier Wochen. In einem Falle war eine Ilart-nuppsche Unruhe angewendet. Die Taschenchronometer haben theilsAnker- theils Earnshawsche Hemmung und sind sehr fleissig ge-macht. Die früher beliebten Tourbillon sah man nicht in einemExemplare. Dagegen waren beinahe in jedem Kasten Taschenirhrenmit corrigirtem Kalender, mit Mondlauf, Monat, Jahr, auch Jahre derSchaltperiode, Thermometer, Stunden-, Viertel- und Minutenrepetition;letzteres war im Jahre 1862 in London nur in einem Exemplare undkeineswegs in gleicher Vollständigkeit vertreten. Auch an anderenSpielereien fehlte es nicht. Die Chronographen, d. h. Taschenuhrenmit stellbarem, stehendem Secundenzeiger, sodann solche mit doppeltemSecundenzeiger, wovon der gestellte den während der Beobachtungfortgegangenen wieder einholt, und solche nach der Einrichtung vonKieussec waren zahlreich vorhanden, mit allerlei angeblichen Ver-besserungen, deren Werth sich aber erst beim Gebrauche feststellt.Nickel ist als Material für Uhren sehr häufig verwendet, es hält sichnach der Erfahrung lange schön und erspart die Vergoldung. DiePreise für feine Uhren sind sehr hoch. Für Schiffschronometer wer-den, wenn das Gangzeugniss sehr gut ist, bis 1500 Frcs. verlangt, undso hoch gehen auch die Forderungen für Taschenchronometer, wozudann freilich noch ein schönes goldenes Gehäuse kommt. Die Dutzend-

b Die auf die gewöhnliche "Weise compensirte Unruhe hat nach zahl-losen Beobachtungen die üble Eigenschaft, dass, wenn sie etwa für 0° und30° richtig compensirt, sie dann bei -p 15° voreilt. Um diesem Fehlerabzuhelfen, wurden zahlreiche sogenannte Hilfscompensationen erfunden,von denen in diesem Berichte schon früher die Bede war und noch weiterdie Bede sein wird. Leider sind die Erfolge dieser Constructionen, zu wel-chen auch die Hartnuppsche Unruhe gehört, noch keineswegs genügend.