Kection II. Uhren.
539
Unter den übrigen Ausstellern wurde besonders Theod. Leroyausgezeichnet, der unter anderen auch einen astronomischen Regulatorausgestellt hatte.
Ebenso Desfontaines (Maison Leroy), von welchem, nebst vielenAnderen, ein Schifischronometer ausgestellt war.
Die Taschenuhrenindustrie blüht besonders in der Umgegend vonBesangon. Die Rohwerke werden aus dem Thale de Joux und de Tra-vers bezogen, aber im Durchschnitte nur gewöhnliche, billige Waaregefertigt. Uebrigens wird die grössere Zahl- der Rohwerke für dieTaschenuhren der Schweiz und Deutschlands eben daher bezogen.Adler und Brunswig erhielten lobende Anerkennung. Die vor-zügliche Arbeit wurde namentlich bei Haas, jeune & Co. anerkannt.
Unter Nro. 134 hatte der Director Benoit der Uhrenmacherschulezu Cluses (Haute Sovoye) sehr schöne Hemmungsmodelle ausgestellt.
Thurmuhren waren gar keine vorhanden, obwohl diese Industriein Frankreich sich in einem blühenden Stande befindet.
Wenn man nun bedenkt, dass allein die Gebr. Montandonjährlich an 800 000 Stück Uhrenfedern für Pendeluhren und 180 000Dutzend Taschenuhrenfedern produciren, von denen beinahe J / 4 inFrankreich verbraucht werden soll, ferner dass Besangon und Umgegendjährlich an 300 000 Taschenuhren verfertigen, und dass ferner alleindie Fabriken von St. Nicolas monatlich 120 000 Rohwerke für Pendel-uhren liefern (Ausstellungsbericht für 1867), so wird man zugeben,dass die französische Uhrenindustrie auf der Ausstellung von 1873 soviel als gar nicht vertreten war.
Schweiz. Die Uhrenindustrie der Schweiz hat ihre Hauptpunktein Genf und dem Cantone Neufchätel, breitet sich aber jetzt auch inden Cantonen Bern, Waadt uud Solothurn aus. Sie hat sehr voll-kommene Arbeitstheilung zum Theile als Hausindustrie, und nur aus-nahmsweise wird in einem Geschäfte die Uhr ganz fertig gemacht.Für die Ausbildung der jungen Leute in den wissenschaftlichen Grund-sätzen des Uhrenbaues ist durch zweckmässig eingerichtete Special-schulen gesorgt und die eigens hierfür bestimmten Sternwarten in Genfund Neufchätel' übernehmen die Prüfung der ihnen übergebenen Schiffs-und Taschenchronometer, und geben die Zeit in einzelne Hauptorte,damit die Uhrenmacher vorher ihre Werke selbst auf das Sorgfältigstereguliren können, ehe sie dieselben auf die Sternwarte geben. Natür-lich bilden diese Chronometer nicht die Iiauptproduction, ja nicht ein-mal einen wesentlichen Theil derselben. Der officielle schweizerischeKatalog giebt die Zahl der jährlich producirten Taschenuhren auf200000 an, während im Jahre 1871 in Neufchätel 145 Taschen- und einMarinechronometer zur Prüfung kamen. Nimmt man an, dass ebenso vielein Genf geprüft wurden, so wäre dies 290 = 0'4 Proc. immerhin eine