Druckschrift 
2 (1874)
Entstehung
Seite
534
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534 Gruppe XIV. Wissenschaftliche Instrumente.

Linse bewegt werden. Die Ausstattung in Körper und Nebenappara-ten, welche bei englischen Instrumenten die complieirteste zu seinpflegt, ist bei Hartnacksehen Mikroskopen möglichst einfach; derHauptaccent liegt bei ihnen auf der möglichsten Leitungsfähigkeit desObjeetivs. M. Pillisliers, grösseres Mikroskop mit WenhamscherBinoculareinriclitung war das einzige vorhandene englische Instrument.Die binoculare Einrichtung mit stereoskopischer Wirkung erwies sicliauch nur auf schwache Vergrösserungen anwendbar. Sie ist eine ausich und in optischer wie in physiologischer Hinsicht interessantePhase mikroskopischer Leistung, die aber für den ernsten Gebrauch fürden arbeitenden Milcroskopisten von unerheblichem Werthe ist. Diebedauerliche Abwesenheit der hervorragendsten englischen Producen-ten auf der Wiener Ausstellung, deren Mikroskope vor 20 Jahren so-wohl deutschen als französischen Leistungen voraustanden, entzog unsdie Gelegenheit einer diesmaligen vollständigeren Vergleichung. Derdamalige Unterschied dürfte indess heutzutage zum Verschwinden herab-gemindert sein. Gern hätte man sich auch durch den AugenscheinKenntniss von der Wirkung der neueren binocularen Anordnung vonStephenson verschafft, welche durch die Symmetrie wie durch dieredressirte Bildstellung und durch die verminderten Binocular-Parall-axe sich von der Wenhamsollen unterscheidet. .

Die stärkeren Objective von Brennweiten unter 2 mm werden inder Regel für Immersion eingerichtet. Es ist ein lobenswerthes Be-streben seitens einiger Künstler neuerdings die Systeme von 2 bis 1 mmBrennweite ohne Immersion dahin zu vervollkommnen, dass sie dengleichnamigen immersiven an Leistling gleichkommen. Die nahe halb-kugelige Form der Frontlinsen setzt freilich der linearen Oeffnung star-ker Systeme sehr enge Grenzen. Man wird alsdann mit trockenenSystemen in der Vergrösserung bis zu 1200 bis 1500 reichen und dieImmersion von dem currenten Gebrauche ausschliessen, was in derPraxis nicht ohne Belang ist, und sie auf vereinzelte Fälle der Anwen-dung starker Systeme von 1 bis 1 / ä mm beschränken und für diesealsdann satt Wassers Ricinusöl oder dergleichen anwenden, verstehtsich, dass im Bau dieser Systeme auf die Natur der Flüssigkeit Rück-sicht genommen sei.

Von deutschen Künstlern, zu denen Hartnack seit seiner Ueber-siedelung gleichfalls zu zählen, waren ausserdem ausgezeichnete Mikro-skope vorhanden: von J. W. Schiele, Sohn des schon vorlängst imFach der Mikroskope wohlbekannten Berliner Künstlers, von Seibert& Kraft in Wetzlar, jetzigen Inhabern der Firma E. Gundlach seinerZeit in Charlottenburg bei Berlin. Der Gundlachsche sogenanntefrietionslose Mechanismus (ä Ja Boierval) wird bei den S eibertsclienMikroskopen nicht mehr durchgehends angewendet. Auch die Instru-