Druckschrift 
2 (1874)
Entstehung
Seite
528
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528 Gruppe XIV. Wissenschaftliche Instrumente.

derungswürdig auch dafür Sorge getragen ist, in dem unvermeidlichsehr complieirten Apparat jede Bewegung zu reguliren und in Ordnungzu erhalten, so hleiben doch im Gebrauch für den Telegraphisten mancheschwierige und ermüdende Arbeiten übrig. Zur Erzielung der grossenGeschwindigkeit der Typenräder sind kräftige Laufwerke mit grossenGewichten erforderlich, und die Erhaltung des Synchronismus der Be-wegungen der Typenräder verlangt nicht selten zeitraubende underneuert auszuführende Versuche. Von diesen Unzuträglichkeiten erschei-nen die neu erfundenen Drucktelegraphen von ITefner v. Alteneckund von Dr. Siemens nicht allein befreit, sie besitzen auch noch denbeträchtlichen Vorzug, dass mit denselben eine beiläufig doppelt sogrosse Geschwindigkeit in der Depeschenversendung als mit denHughesschen Telegraphen erreicht werden kann.

Die neuen Erfindungen schliessen an das von Dr. Siemens schon imJahre 1853 begründete und von ihm selbst zu grosser Vollendung gebrachteautomatische Telegraphensystem an. Der von Siemens & Halskeüber den Drucktelegraphen von Iiefner v. Alteneck gegebenen Er-läuterung ist Folgendes zu entnehmen:

Während bei den bis jetzt zur automatischen Telegraphie gebräuch-lichen Apparatsystemen die selbstthätige Abgabe der Depeschen durchden Sendapparat mit Hilfe von in langen Schienen steckenden Typenoder von gelochten Papierstreifen geschieht, welche in grösseren Par-tien auf besonderen Apparaten gesetzt oder gelocht werden, sinddurch den Dosengeber von Hefner v. Altenec'k die beiden Functionendes Vorbereitens und des automatischen Abtelegraphirens der Schrift-zeichen in einem compendiösen Apparate vereinigt und erfolgen indemselben, wenn auch von einander unabhängig, der Zeit nach nurwenig getrennt.

Ueber den Gebrauch sagt die Erläuterung:

Der Dosenschriftgeber wird direct in den Stromkreis der Linieeingeschaltet, und erfolgt die Abgabe einer Depesche in letztere durchDrücken von Tasten, deren für jedes in der Telegraphie vorkommendeZeichen je eine vorhanden und dem entsprechend bezeichnet ist. Diemittlere durchschnittliche Schnelligkeit, mit der die einzelnen Zeichenauf der Tastatur gegriffen werden müssen, ist von der Geschwindigkeit,auf welche der ohne Zusammenhang mit der Tastatur arbeitende Mecha-nismus eingestellt ist, nur insofern abhängig, als sie diese nicht über-schreiten darf; die Verschiedenheit der Länge der einzelnen Schrift-zeichen (Morseschrift) bleibt beim Greifen der Tasten unberücksichtigt,wie auch der vorschriftsmässige Zwischenraum zwischen zwei Zeichenstets von seihst erscheint, gleichviel, ob der Telegraph zwischem demGreifen einzelner Tasten längere oder kürzere Zeit verstreichen lässt.

Die Leistungsfähigkeit des Apparates ist nach Angabe der Erläu-terung begrenzt durch die Schnelligkeit, mit welcher der ihn bedienende