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Gruppe XVIII. Bau- u. Civil-Ingenieurwesen.
mit Parabelträgern und doppelten Zngdiagonalen, von Balcke, Kuntze& Co. in Oberhausen a. d. Ruhr, ist dadurch interessant, dass sie inStücken so gross, wie sie die Verladung in Seeschiffe gestattet, zusammen-genietet, nach Japan gesandt wurde, wo die Montirung ausschliesslichdurch Anwendung conischer Schraubenbolzen erfolgte. Die Ausdehnungdeutscher Eisenindustrie in die fernsten Theile der Erde ist als einFortschritt zu begrüssen.
Die Einzelbalkensysteme mit gekrümmter oberer Gurtung sind inneuester Zeit auch in Oesterreich zur Ausführung gekommen. Bei dervon der österreichischen Nordbahn ausgestellten Brücke über dieDonau bei Floridsdorf, welche vier Stromöffnungen von 80 m Spannweiteund sieben Inundationsöffnungen von 58 m Lichtweite hat, sind Parabel-träger mit gerader unterer und parabolischer oberer Gurtung zur An-wendung gekommen. Die grösseren sind in der Mitte 11 "7 m hoch,und sind die Träger in einer Höhe von 5 m über den Schienen durchein horizontales System von Quer- und Diagonalstreben verbunden.Eigenthümlich unregelmässig erscheint das zweifache Strebensystemder Hauptträger.
Ein eigenthümliches Parabelbalkensystem zeigt die in "Wien überden Donaucanal durch die Compagnie de Fives Lilles in Parisausgeführte sogenannte Schlachthausbrücke, später Kaiser-Franz-Josephs-Brücke genannt. Das System besteht nur aus fünf Feldern, von denendas mittelste Doppeldiagonalen, die beiden daneben liegenden einfacheDiagonalen erhalten haben. Jedes Feld wird noch durch Verticalenin mehrere Theile getheilt. Dabei ist die obere Gurtung sehr breitund stetig gekrümmt in schönen Bogen hergestellt. Die beiden Balken-systeme sind über der Fahrbahn nur durch zwei Querverbindungenin Zusammenhang gebracht. Die äussere Gestaltung dieser Brücke istwohl mehr aus der Absicht, äussere interessante Effecte zu erzielenhervorgegangen, als aus einem gründlichen Studium der Bedingungender Eisenconstruction. — Dasselbe kann man von einer zweiten Brücke,die von der Gesellschaft Fives Lilles in Wien über den Donaucanalerbaut worden ist, behaupten. Es ist dies die sogenannte Augarten-brücke, nach den Angaben des französischen Ingenieurs Moreanx durchden städtischen Baumeister Paul in Wien zur Ausführung gebracht.Die Brücke hat eineOeffnung von 58 m, und wird von zwei Balkensyste-men mit gerader oberer Gurtung, die unter sich nicht verbunden sind,und zu beiden Seiten der 12 m breiten Fahrbahn liegen,, getragen.Ausserhalb der Tragsysteme befinden sich die 4 m breiten Fusswege.Jedes Trägersystem besteht aus einer auf zwei Granitsäulen liegendenisolirten oberen Druckgurtung; von jedem Ende derselben führen zweistarke Zugbänder nach den äusseren Viertelpunkten der unteren Gur-tung, die nur als eine Aussteifung der Brückenbahn aufzufassen istDie Mitte dieser unteren Gurtung ist im Kreuzungspunkt der mittleren