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Gruppe XVIII. Bau- u. Civil-Ingenieurwesen.
Lauf des Canalwassers getrieben werden. An geeigneten Punkten inder Nähe der Seine werden endlich die schweren Massen ausgehoben,in Schiffe gebracht und entfernt. Paris liegt zu beiden Seiten der Seineungefähr in gleicher Erstreckung; die Sielwasser haben jedoch nur eineAusmündung in den Fluss bei Asnieres. Die Abflusscanäle am linkenSeineufer werden in einen Hauptcanal vereinigt, dessen Inhalt bei derAlmabrücke als Dücker unter den Fluss in den Hauptcanal der rechtenStadtseite geführt wird. Dieses Durchfliessen der vorher von denschweren Massen befreiten Wasser geschieht in zwei eisernen Röhrenvon je 1 m Durchmesser ohne Schwierigkeit. Von Zeit zu Zeit wirdauch hier eine Reinigung dadurch vorgenommen, dass man eine hölzerneKugel von 85 cm Durchmesser durch den Dücker treiben lässt, welcheähnlich wie die vorher erwähnten Schützen wirkt und nach Verlauf voneinigen Minuten am anderen Ufer erscheint, nachdem die Unreinigkeitenvorher durchgespült worden sind. Das letzte Hauptsiel, welches endlichalles Abwasser von Paris aufnimmt, hat eine Wasserbreite von 3’50 mund ist so breit, dass die Eisenbahnwagen mit den Schützen durch einSchiff mit entsprechendem Apparate ersetzt werden. Obgleich die Meinun-gen der technischen Welt über die Zweckmässigkeit der Ausschliessungder menschlichen Auswurfstoffe noch durchaus nicht feststehen, somuss man doch die Sielanlagen von Paris als ein grosses und vortrefflichausgeführtes und ausgestattetes Werk betrachten, welches der Stadtund den mit deren Ausführung und Unterhaltung betrauten Behördenzur Ehre gereicht.
Neuerdings hat man begonnen, auf den in vortheilhafter Weiseauf einem durchlassenden Untergründe liegenden Feldern von Genne-villiers, welche unterhalb Paris auf einer von der Seine umflossenenHalbinsel liegen, Versuche zur Benutzung der den Fluss sehr verunrei-nigenden Abwasser zu Ueberrieselungen und zu Gemüsebau zu benutzen.Bei Asnieres ist eine Dampfmaschine thätig, einen Theil der Canal-flüssigkeit in ein Hochreservoir zu heben, von wo aus die Vertheilungauf die Felder vor sich geht; theilweise wird auch das Wasser durchZusatz von Chloraluminium von den als Dünger nachher verwerthetenorganischen Substanzen befreit und in geklärtem Zustande dem Flussewieder zugeführt.
Diese Versuche scheinen, einen guten Erfolg zu versprechen, sodass man die Absicht hegt, die Anlagen zu vergrössern.
Die Abzugscanäle (Siele) der Stadt Hamburg. Das Siel-system führt alle Tages- und Verbrauchswasser, einschliesslich derAuswurfstoffe in die Elbe, die Canäle werden theils durch die auf-gestauten Wasser der Alster gespült, theils sind dieselben mit Stauthorenversehen und werden durch die Verbrauchswasser selbst gespült. EinTheil der Stadt, welcher nur wenig über Niedrigwasser der Elbe liegt,