Druckschrift 
2 (1874)
Entstehung
Seite
319
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Section II. Wasserbau. 319

Wasserräder von 11 m Durchmesser und 7 m Breite mit 4'50 m Gefällesowie durch andere Wassermotoren betrieben.

Die Pumpenanlage von Trilbardou hebt das Wasser der Marnein den Canal de lOurcq etwa 20 m hoch und dient zur Versorgung derniedrig liegenden Stadttheile. Der Motor besteht aus einem Sage-bienschen Rade mit dem geringen Gefälle von 0'65 m im ungünstigstenFalle; das Wasser wird durch zwei Doppelpumpen gehoben.

Die schon erwähnte Quellwasserleitung, welche zwar nochnicht vollendet, aber in der Ausführung schon bedeutend vorgerücktist, sammelt die Quellen der Vanne im Departement der Yonneund wird etwa 100 000 cbm besten Wassers täglich in die Stadt führenund zwar in einer für alle Tkeile derselben ausreichenden Höhe. DieLeitung ist theils eine Canalleitung, welche in einem geschlossenenetwa 2 m im Durchmesser weiten gemauerten Canale das Wasser ohneDruck aufnimmt, theilweise ist sie eine Röhrenleitung aus Eisen, welcheheberartig die Seitenthäler überschreitet. Die Wasserleitung enthälteine grosse Anzahl hervorragender Kunstbauten, besonders steinerneBrücken und Aquaducte, welche die auffallende Eigenthümlichkeitzeigen, dass sie ganz aus Gussmauerwerk gebildet sind, weil die durch-laufenen Gebiete nicht die zu gewöhnlichem Mauerwerke nöthigen Steinelieferten. Auch sind aus gleichem Materiale die in der Erde liegendenoder zur Auskleidung unterirdischer Stollen dienenden Mauermassenhergestellt.

Die Anlage ist ein grosses Werk und wird mit grosser Geschick-lichkeit und Kenntniss unter der Oberleitung des Inspecteur generalBeigrand ausgeführt.

Wasserversorgung der Stadt Hamburg.

Das zur Versorgung der Stadt verwandte Wasser wird oberhalbderselben' der Elbe entnommen und durch fünf Dampfmaschinen in dasRöhrennetz gedrückt. Zur Regelung des Druckes dienen theilweise einStandrohr nahe bei den Maschinen, theilweise drei an verschiedenenStellen des Netzes errichtete Hochwasserbehälter, durch welche ausserdemdie Schwankungen zwischen Lieferung und Verbrauch des Wassersausgeglichen werden.

Hamburg hat das Verdienst, mit den beschriebenen, die Wohlfahrtder Bevölkerung in hohem Grade befördernden Anlagen schon sehrfrüh (1845) begonnen und dem steigenden Bedürfnisse der sich raschentwickelnden Stadt stetig und einsichtig gefolgt zu haben.

Eine wichtige und neue Anwendung von Wasserleitungen zur Ver-sorgung grösserer Ländergebiete hat die wiirttembergische