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2 (1874)
Entstehung
Seite
236
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236 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel.

beibehalten bat. Eine solche Maschine war nur von Sigl in Wienausgestellt; es war zu bedauern, dass der einzige Fabrikant in Deutsch-land, welcher noch Cylinderfärbmaschinen baut, Swiderski, nebenseiner Tischfärbungsmaschine ein derartiges Exemplar auszustellendurch Zeitmangel verhindert gewesen war.

Die Bewegung des Steinwagens geschieht bei allen ausgestelltenMaschinen nach dem System der Eisenbahnbewegung, die für Buch-druckpressen so beliebte Kreisbewegung scheint überhaupt bei litho-graphischen Pressen nicht angewendet zu werden. Da der Druck, mitwelchem der Cylinder gegen den Stein gepresst werden muss, viel be-trächtlicher ist, als der bei Buchdruckpressen erforderliche, so sind dieeinzelnen Theile, namentlich das Gestell und der Steinwagen, bedeutendstärker gehalten, als bei den Buchdruckpressen, und es kann ein mög-lichst grosses Gewicht dieser Theile, wie es namentlich die Maschinevon Klein, Forst & Bohn zeigt, nur zur Empfehlung dienen. Essind nämlich nicht bloss die ruhigen Drucke, sondern auch insbesonderedie Stösse erheblich, welche der Maschine mitgetheilt werden, wenn derStein unter den durch starke Federn und sein bedeutendes Eigengewichtniedergehaltenen Cylinder tritt, und denselben etwas erheben muss,oder wenn letzterer nachher wieder frei wird, sobald der Stein hindurch-gegangen ist. Gegen derartige Stösse Sicherheit zu gewähren, kannnatürlich nur durch Wirkung genügender Massen gelingen. Auch inanderer Weise hatte man an den meisten Maschinen diesen Uebelstandder Stosswirkungen zu vermindern gesucht. Während man nämlichfrüher die Kurbelwelle, welche an ihrem freien in der Maschinenmittegelegenen Ende die Kurbel trägt, durch ein seitwärts auf ihr befindlichesZahnrad betrieb, in welches das auf der Triebwelle sitzende Zahngetriebeeingriff, hat man jetzt meistens Zahnrad und Kurbel dadurch vereinigt,dass man den Kurbelzapfen direct in dem Kranze des nach der Mitteverlegten Zahnrades befestigt. Hierdurch wird die auf das Zahnradübertragene Kraft durch dasselbe ohne Vermittelung anderer Organedirect dem Kurbelzapfen mitgetheilt, und es kann die Welle, welchernunmehr jede Torsion abgenommen ist, jetzt nicht mehr durch ihrein Folge der Stösse stattfmdenden Erzitterungen die Sicherheit desGanges beeinträchtigen.

Die bei Buchdruckschnellpressen über den Cylinder laufendenBänder waren überall durch die schon bei den typographischen Pressenvon Klein, Forst & Bohn besprochenen doppelten Greifer ersetzt,die Bänder würden bei dem steten Drucke sehr baldigem Verschleissausgesetzt sein. Die Bewegung des Selbstablegers geschah durch einenExcenter auf der Kurbelwelle, nur Swiderski hatte dafür eine andereEinrichtung getroffen, wobei die Zahnstange mittelst einer schiefenEbene auf die Frictionsrolle am Ende eines Hebels aufläuft, welcherdadurch niedergedrückt wird und dabei durch ein Zahnsegment die