58 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel.
einer Dampfmaschine, geleitet *), wo sich ihre Spannkraft in mechanischeArbeit umsetzt. Lässt man die Maschine leer laufen, ist also derGegendruck auf den Kolben nur gering, so wird auch die Spannungder Kohlensäure nur gering sein, das austretende Gas wird also nichtviel über atmosphärische Spannung besitzen. Lässt man aber dieMaschine Arbeit verrichten, so steigt naturgemäss auch die Spannunghinter dem Kolben, und jetzt hat das austretende Gas eine ansehnlicheSpannung, es wird sich also bei der plötzlichen Expansion bedeutendabkühlen; und dieses letztere ist ein weiterer Zweck der Maschine.Dieselbe soll nach der Idee des Erfinders nicht allein eine billige Kraftabgeben, sondern obenein noch Kälte erzeugen, was für gewisse Gewerbeallerdings keine üble Zugabe wäre, den Effect aber natürlich herabzieht.
Bei der Versuchsmaschine in Wien liess man die Spannung derKohlensäure bis 4 Atmosphären steigen und leitete dann das austretendeGas durch einen Gummischlauch in einen grossen Eisschrank, in welchemflache Gefässe mit Wasser zum Gefrieren aufgestellt waren. Man er-reichte dabei in demselben eine Temperatur von — 12° C.
Durch zweckmässige Wahl der Verhältnisse und höhere Spannungwird sich zuversichtlich diese Temperatur noch herabziehen lassen undman würde dann in der Maschine zugleich eine vorzügliche Eismaschinebesitzen. Es kommt allerdings noch darauf an, und dies kann erst einlängerer Versuch beweisen, ob es möglich sein wird, die Kohlensäurelängere Zeit auf annähernd constanter Spannung zu erhalten, d. h. injedem Augenblick so viel Kohlensäure zu entwickeln, wie verbrauchtwird, und ob nicht sehr bald die Erzeugungskosten für eine so massen-hafte Verwendung derselben sehr bedeutend steigen werden. Jedenfallsist aber die Idee als eine recht geistreiche hier zu registriren.
Als Motoren für Kleingewerbe können aber auch noch zwei obenbereits besprochene hydraulische Motoren gelten: die Girard-Turbinevon Gwynne & Co. in London und die Partialturbine mit horizontalerAchse, drehbarem Leitschaufelapparat und selbstthätiger Regulirvor-richtung von Nagel & Kämp in Hamburg.
Von der letzteren sind zur Zeit 14 Exemplare ausgeführt, undeines derselben ergab 2 ) bei 3’3 m Gefälle und 0'0068 cbm Wasser perSecunde eine Nutzleistung von 0T7 Pferden, hatte also einen Wirkungs-grad von 57 Procent. Ein Exemplar derselben Grösse, wie das aus-gestellte, dient im physiologischen Laboratorium von Professor Czermak
Bei der ausgestellten Maschine war der einfachen Steuerung zu Liebeder Cylinder, ähnlich einer bekannten Dampfmascliinenconstruction, an bei-den Seiten offen, in der Mitte aber durch eine die Stenercanäle enthaltendeWand getlieilt und dem entsprechend zwei Kolben angewandt, deren Stangenan einen den Cylinder umgreifenden Rahmen angeschlossen sind. — 2 ) Har-tig: Motoren für Kleingewerbe. Internationale Ausstellungszeitung1873, Nr. 3241.