Druckschrift 
2 (1874)
Entstehung
Seite
57
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Section I. Motoren, Kraftübertragungsmaschinen etc. 57

Nun ist aber stets zur einen Seite der Verticalebene das kalteFach, zur anderen Seite das heisse unten und die Folge ist eine ein-seitige Lage des Schwerpunktes der ganzen Flüssigkeitsmasse, welchedurch die Luft rückwärts auf die Wände des Gefässes selbst wirkt undeine Drehung desselben veranlasst.

Einer Vergeudung von Wärme bei dem ständigen Erwärmen undWiederabkühlen wird dadurch vörgebeugt, dass die schon erwähntenCanäle, durch welche die Luft von einem Fach zum anderen hindurch-streicht, mit Eegeneratorsieben gefüllt sind, welche die Wärme auf-nehmen und dieselbe später wieder abgeben.

Beide Motoren sind, wie schon erwähnt, noch nicht aus dem Stadiumdes Experimentirmodelles herausgekommen, aber sie zeigen abermals,dass die Frage nach einem gesunden Kleinmotor unsere besseren Tech-niker nicht ruhen lässt; und sie mögen immerhin als Keime zu einemsolchen gelten, wenn auch für beide misslich, dass nur die Schwerkrafttreibendes Agens ist. Jedenfalls darf man nicht bei Wasser als füllenderFlüssigkeit stehen bleiben, sondern muss entweder, wie dies auch vonSiemens bei einem zweiten Exemplar des letzteren Motors, welchesallerdings gleich dem Dampfmotor leider nicht in Thätiglceit, geschehen,Quecksilber als solche verwenden, oder aber, wie dies von Root beiseinem Dampfmotor vorgeschlagen, Quecksilber und Wasser, ersteresals schwere Masse, letzteres als Dampfbildner.

Root verfolgt übrigens die Idee noch viel weiter; er will das Ganzeauch in umgekehrter Weise als Pumpe benutzen, indem er durch eineschwere Flüssigkeit eine leichte (an Stelle des Dampfes) den Schräuben-gang hinab- und in ein unten mündendes Druckrohr hineinpresst, oderaber, und das ist auch von Siemens vorgeschlagen, es zwar wiederals Motor benutzt, den Dampf aber aus einem besonderen Kessel untenhinein leitet.

Eine letzte Maschine, ebenfalls auf vollständig neuen Principienberuhend, und namentlich auf den ersten Anblick ungemein frappirend,ist die Kohlensäuremaschine von L. Seyboth in Wien, welche, wennauch vielleicht in etwas veränderter Gestalt, wohl jedenfalls auch eineZukunft haben wird.

Die Maschine benutzt als Triebkraft Kohlensäure, welche abwech-selnd in zwei aus Kupfer getriebenen und mit Blei ausgeldeideten Ge-neratoren aus Spatheisenstein und Schwefelsäure erzeugt wird, so dass alsNebenproduct Eisenvitriol, ein verkäufliches Product, erhalten wird.

Die bei ihrer Bildung heiss gewordene Säure wird in einem Wasch-gefäss, durch welches ständig ein feiner Strom fliessenden Wassershindurchgeleitet wird, von den mitgerissenen Schwefelsäuretheilchengereinigt und zugleich auf atmosphärische Temperatur abgekühlt. Siewird dann in einen Cylinder mit Kolben und Steuerung, genau wie der