Druckschrift 
2 (1874)
Entstehung
Seite
53
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Section I. Motoren, Kraftübertragungsmaschinen etc. 53

das eine für sehr kleine Gefälle, und ein Tangentialrad mit zwei Ein-läirfen. Leider war dieselbe aber Ende August noch nicht fertiggestellt und deshalb noch nicht in Betrieb.

Die berühmte Maschinenfabrik Augsburg zeigt ein Modelleiner sehr grossen Turbinenanlage für die Krähnholm-ManufacturNarvabeiSt.Petersburg. Die erste T-urbine wurde 1867, die zweite 1871gebaut und sind seit der Zeit in ungestörtem Betriebe. Gegenwärtigsind noch zwei gleiche in Arbeit und von einer derselben stellt dieFirma das eine Winkelrad nebst zugehöriger schmiedeiserner "Welleaus, während das zweite "Winkelrad und dessen "Welle sowie das ganzeLagergestell in Holz nachgebildet hinzugefügt sind.

Jede der Turbinen ist construirt für ein Gefälle von 7'62 m und16'14 cbm Wasser pro Secunde und sie entwickelt dabei eine effectiveLeistung von 1200 Pferden *) oder sehr nahe 75 Proc. Nutzeffect.

In der österreichischen Ausstellung haben ausgestellt Gebr.Fischer in Wiener-Neustadt zwei verschiedene Ausführungen ihrerPartialturbinen (System Lejeune)und eine kleinere, getrieben von derHochdruckwasserleitung, im Betriebe. Die Regulirung erfolgt hierdurch besondere Klappen in den Einlaufzellen, welche von aussen, undzwar durch einen besonderen Regulator, je nach Bedürfniss geöffnetresp. geschlossen werden.

Ausserdem hat J. Rüsch in Dornbirn eine Hochgefälleturbine aus-gestellt und Peter Fischer in Wien eine Vollturbine, deren Construc-tion in der Idee Aehnlichkeit mit der von Nagel hat, in der Aus-führung aber weit complicirter und schwerfälliger ist.

Ausserordentlich zahlreich sind endlich auch die Motoren fürKleingewerbe vertreten. Es zeigt sich hier wieder einmal, wie grossdas Bedürfniss hach einem solchen wirklich genügenden Motor ist, undwie sehr diese Frage in Fluss gekommen ist, namentlich seit dem Auftretendes ersten, wenigstens im Grossen und Ganzen gelungenen Motors die-ser Art, der Otto Langensehen atmosphärischen Gaskraftmaschineauf der letzten Pariser Ausstellung im Jahre 1867.

Diese letztere Maschine zeigt sich uns auch heute wieder; im De-tail der Ausführung wesentlich verbessert, im Principe aber die alte,wie sie zur Zeit schon in mehr als 1000 Exemplaren im Betriebe ist.Sie ist in drei verschiedenen Grössen vertreten, von denen zwei stän-dig im Betriebe sind und die Transmission für einzelne kleinere Werk-zeugmaschinen treiben.

Ausserdem findet sich auch noch die alte und fast schon vergesseneLen oirsehe Gasmaschine, und zwar in zwei Exemplaren, einem von derCompagnie parisienne declairage et de chauffage par le gaz, ausgestellt

1 ) Abbildung u. Beschreibung einer der Turbinen Engineering XV, p. 8.