26 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel.
bei rascherem Gange, nicht leicht Vorkommen können.— Die letzte nochübrige Maschine dieser Gruppe, ebenfalls mit entlasteten Doppelsitz-ventilen, ist die der Sächsischen Maschinenfabrik,vormalsRichardHartmann, in Chemnitz. Die Ventile sind hier, entgegen derSulzen’ sehen Anordnung, sämmtlich in einem besonderen Ventilgehäusean der Seite des Cylinders untergebracht. Sie werden bewegt, wie beiSulz er, von einer parallel der Cylinderachse gelagerten Steuerwelleaus, und zwar die Auslassventile durch Curvenscheiben in derselbenWeise wie oben, die Einlassventile durch Hebel mit Sperrklinken,welche durch Anstossen an entsprechend geformte Scheiben auf einervom .Regulator gedreheten Welle früher oder später ausgelöst werden.
Die zweite Gruppe von Maschinen mit vom Regulator abhängigervariabeler Expansion fusst auf derbekanntenFarcot-Steuerung. Zudieser Gruppe gehören zwei Maschinen, von denen die eine, eine 12-pferdige Maschine der Sächsischen Dampfschiffs-undMaschinen-bau-Anstalt, vormals Otto Schlick, in Dresden, die alte Steuerunghat, welche aber dadurch innerhalb weiterer Grenzen variabel gemachtist, dass derselben noch ein besonderer Expansionsschieber hinzugefügtist, welcher auf dem Rücken des Grundschiebers gleitet und selbstwieder erst die Schleppschieber trägt. Die andere, eine öOpferdigeMaschine von Gebr. Decker, ist weit interessanter. Hier stehen dieAnstossknaggen für die Schleppschieber nicht fest, sonderen werdenvon einem zweiten Excenter ebenfalls hin und her bewegt, so dass alsoder Moment des Anstossens, und folglich der Schluss der Canäle,bedingt wird durch die Interferenz der beiden Kurbelbewegungen.Dadurch und durch die veränderte Form der Anstossknaggen — die-selben bilden einen Keil mit symmetrischen Anstossflächen, welcherauf einem Quersteg des vom Excenter bewegten Rahmens durch denRegulator verschiebbar — war es möglich, die Expansionsgrenzen ausser-ordentlich weit aus einander zu ziehen. Bei dem ausgestellten Exem-plar, einer Condensationsmaschine, ist die Expansion veränderlichinnerhalb der Grenzen 0'05 bis 0'7 Cylinderfüllung, ein Resultat, wel-ches mit so einfachen Mitteln und so präcise von keiner anderenSteuerung erreicht wird.
Im Aeusseren hat die Maschine den Typus der Corliss-Maschine:Gestrecktes Hohlgussgestell mit Stegverbindung zwischen Cylinder undLager, Cöndensator als besonderes Gussstück hinter dem Cylinder, Pumpegetrieben von der rückwärts verlängerten Kolbenstange.
Zur dritten Grupjoe gehören die Maschinen mit veränderterMeyer’scher Steuerung. Diese Gruppe umgreift 7 Maschinen, vondenen aber 5 die gleiche Steuerung besitzen.
Die bedeutendste der hierher gehörigen Maschinen ist unstreitigdie 80j:>ferdige Zwillingsmaschine von Sigl in Wien. Die Steuerungdieser Maschine dürfte von den drei ausgestellten Systemen wohl die