24 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel.
fabrik Augsburg 1 ). Die erstere treibt die schweizerische Abtheilung;die letztere ist nicht im Betrieb.
Das erste Auftreten dieser Maschine datirt von der letzten Pari-ser Ausstellung im Jahre 1867, wo dieselbe mit einer goldenen Medailleprämiirt wurde. Seitdem mehrfach verbessert, ist sie heute in einerReihe grösserer und kleinerer Ausführungen mit dem vorzüglichstenErfolge im Betrieb.
Im Jahre 1871 lieferten Gr ehr. Sulz er eine 400 pferdige Zwillings-maschine dieses Systems für die AugsburgerKammgarnspinnerei.Bei der Ablieferung entstanden Zweifel, ob die Bedingung des Con-tractes, dass die Maschine pro Stunde und Indicatorpferd nicht über18 Pfd. Dampf verbrauchen sollte, erfüllt sei, und es wurde eine Com-mission ernannt, dies durch Versuche festzustellen. Der sehr interes-sante Bericht über diese umfangreichen Versuche, welche auch denKohlenverbrauch in Rechnung zogen, wurde seiner Zeit von dem Mit-gliede der Commission, Prof. Linde in München, veröffentlicht 2 ).Die Versuche ergaben einen Dampfverbrauch von 17'5 Zollpfund,gewiss ein ausserordentlich günstiges Resultat. Seitdem sind, eben-falls von Prof. Linde veröffentlicht 3 ), ebenso sorgfältige, wenn auchnicht so umfangreiche Versuche mit einer von der MaschinenfabrikAugsburg für die Mechanische Weberei am Fichtelbach inAugsburg gelieferten lOOpferdigen Maschine dieses Systems angestelltund diese ergaben einen Dampfverbrauch von 17'84 Zollpfund, bestätig-ten also die ersten Versuche.
Beide Versuchsreihen zeigen in ihrer Uebereinstimmung die hoheVorzüglichkeit der Maschine und namentlich ihrer Steuerung. Diesebenutzt bekanntlich für die innere Steuerung entlastete Doppelsitz-ventile, und zwar sind die Einlassventile oben auf dem Cylinder, dieAuslassventile unterhalb im tiefsten Punkte desselben angebracht, sodass zugleich das Condensationswasser durch dieselben entfernt wird.Sämmtliche Ventile werden bewegt von einer horizontalen, parallel mitder Achse des Cylinders an diesem entlang laufenden Welle, auf wel-cher für die Auslassventile zwei Curvenscheiben und für die Einlass-ventile zwei Excenter aufgekeilt sind und welche zugleich auch alsRegirlatorantriebswelle dient. Die Auslassventile werden von ihrenScheiben direct bewegt; sie werden rasch geöffnet und geschlossen undbieten dem Dampfe während der ganzen Dauer des Ausströmens denvollen Durchgangsquerschnitt. Die Einlasssteuerung zeigt Fig. 10. Anden Ventilhebel h greift mittelst Gelenk die Zugstange S an, welche anihrem anderen Ende durch die kurze Verbindungsstange l an den
J ) Zeichnung und Beschreibung Engineering XVI, p. 44 u. 46. —
2 ) Bayerisches Industrie- u. Gewerbeblatt 1871, S. 131, abgedruckt: Din gier 201,
S. 481 und Engineering XV, p. 41 u. 74. — 3 ) München 1873, bei Th.