14 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel.
mehr oder weniger drehen, um in die Auslösestellung zu gelangen, er-folgt also die Auslösung später oder früher.
Eine Maschine mit vollständig neuer und in vieler Beziehung aus-gezeichneter Steuerung ist die. von Bede & Co. (Soeiete Houget-Teston) inVerviei’s; eine Maschine, welche auch im fiebrigen manchesInteressante darbietet J ). Dieselbe hat einen Cylinder von 450 mm Durch-messer bei 1 m Hub, welcher aus vier von einander getrennten Stückenzusammengesetzt ist: dem mittleren Theile oder dem eigentlichen
Cylinder, den Endstücken, welche die Ventile enthalten und zugleichdie Böden bilden, und endlich dem den mittleren Theil umgebendenDampfmantel. Die Ventile sind in die Cylinderdeckel gelegt, um mög-lichst kurze Canäle zu erhalten, und allerdings sind diese dadurch aufein Minimum herabgedrückt — ein Ausströmungscanal ist sogar beider gewählten, höchst sinnreichen Einrichtung eigentlich gar nichtvorhanden —, allein der Zweck ist denn doch wohl auf zu complicirtemWege erreicht; jedenfalls dürfte es sehr schwierig sein, bei dieser An-ordnung den Kolben in dauernd gutem Zustande zu erhalten, da einNachsehen desselben ohne grössere Schwierigkeiten kaum möglich ist.Die Bewegung der Ventile ist eine ruckweise, um dem Dampfe währendder ganzen Zeit des Ein- resp. Ausströmens möglichst den vollen Quer-schnitt der Canäle darzubieten. Sie erfolgt vom Regulator aus, aufdessen Achse zu dem Ende zwei Dreieckscheiben aufgekeilt sind. Anden von der unteren derselben bewegten Rahmen schliessen sich directdie Stangen für die Auslassventile an. Die Dampfeinlasssteuerung zeigtFig. 1. Der Rahmen bewegt durch die Stangen ss das Querhaupt fc;gegen dieses und andererseits gegen den Kolben b des Luftbuffersstützt sich je eine Feder. Bei dem Hin- uud Hergange des Rahmenswird folglich abwechselnd die eine und die andere gespannt. DerRahmen trägt aber ausserdem noch die Zapfen für die eigenthümlichgestaltete Sperrklinke £; diese fällt, wenn die Feder gespannt, durch ihreigenes Gewicht ein, sie greift mit ihrer Nase hinter den viereckigenKopf h der Bufferstange und stellt so eine starre Verbindung zwischendieser und dem Rahmen her. Auf seinem Rückwärtsgange nimmtdieser dann die Bufferstange mit und öffnet das Ventil; die Feder bleibtdabei gespannt, da ihre beiden Stützpunkte sich gemeinsam bewegen.Im Laufe der Bewegung aber stösst das Horn c der Klinke gegen denAusrückerstift n in der von der Regulatorhülse getragenen Traverse t,die Klinke wird gelöst, die Feder frei und durch dieselbe das Ventilgeschlossen. Wie man sieht, ist die Steuerung ausserordentlich einfachund compact, und öffnet dabei sehrpräcise, sie enthält aber noch einenweiteren Vorzug, welcher nicht gerade so ohne Weiteres auf der Hand
3 ) Zeichnung und Beschreibung Engineering XVI, p. 26, abgedrucktim Prakt. Manch. Constr. 1873.