Druckschrift 
1 (1785)
Entstehung
Seite
104
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io4 Ueber die Einsamkeit.

des Sommers alles, was vornehm ist, oder sichfür vornehm hält, auf das Land gehe, und sichalsdann einbilde, nun sey kein Mensch mehr inder Stadt. Ein Philosoph für die Welt har an--gemerket, Personen von Stande treiben grvßten-theils zu diesem adelichen Marsch, weder Ermü-dung von der Arbeit, noch Begierde nach Wis-senschaft ; ihre einzige Absicht sey, eine Scenevon Müßiggang mit der andern zu vertauschen,und in der Stille zu schlafen, anstatt öffentlichihre Nächte durchzurasen. Der größte Vorthcil,de» sie von der Einsamkeit haben, sey weiternichts, als daß sie nun ihr lächerliches Leben inder Verborgenheit fortsetzen, und vor weniger Zeu-gen ihre Thorheiten verüben. Leute, die ihreTage dem Müßiggang hingeben, haben nichts vonwaldichten Schatten und blumichten Thälern zuhoffen. Die Dryaden machen sie nicht weise, sielernen darum nicht besser denken, urtheilen undhandeln, weil sie fern vom Menschengewühl sind.Die meisten Vornehmen, die den Sommer aufdem Lande verwüsten, haben also nach ihrer Rück-kehr