Zwölftes Capitel. »6i
ES kann sehn, daß ich in diesem ganzen Bucheüber die Einsamkeit viele Dinge ganz unrechtansehe. Vielleicht sieht man aber auch Viele-unrecht, an mir, und in diesem Buche.
Dorlängsi ward mir öffentlich vorgeworfen,ich sey der fluchwürdigste Verächter der Einsam»keit. Nun wird man laut behaupten, ich lobedie Einsamkeit mit zu vielem Enthusiasmus;ich predige zu strenge Sitten, eine zum Welt/glück ganz unbrauchbare Erhabenheit der Seele,wahre Menschenvcrachtung, gefährliche Gering-schätzung aller äussern Vortheile, dumme Ruhemd Festigkeit des Gemüths, und unverant-wortlichen Ekel gegen Welt und Umgang; ichschwäche dadurch nicht nur den Trieb zur Ge-selligkeit, sondern ich vermehre bey jedem Men-schen die Klagen seiner eigenen Unzufriedenheit;ich ruffe jeden Weltbürger und jeden Menschen-freund von der Gaffe, vom Weinhause, und»om Spieltische weg; ich errege bey Menschendie zum Gehorchen geschaffen sind , nicht etwaden schuldigen Diensteifer, sondern vielmehr dieR z Pflicht-