Druckschrift 
4 (1785)
Entstehung
Seite
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L Ueber die Einsamkeit.

das Säuseln erfrischender Winde, und etwa einenVogel in hoher Luft.

Wie reinigen sich unsere Gefühle, wenn dieStürme des Lebens vorüber sind, wenn alles ver-schwunden ist was uns härmte und drückte, wennwir nichts mehr erblicken als Freundschaft undFrieden, Einfalt und Unschuld, Freyheit und Ru-he. Aber wäre auch das Herz nicht ruhig, soblutet es doch gerne im Stillen; um süsse Me-lankolie giebt man gerne alles übrige Erdenglückhin, die ganze Welt um eine einzige sanfte Thrä-ne der Liebe.

Solches Glückes ist das Herz empfänglich, wennes Freude hat an erhabener Natur und an jedemBlümchen der Thäler, au allem wodurch wir dieSeele erweitern, oder was sich in sanfte Bilderverschmelzt. Aber zu solchen Vergnügungen brau-chen wir nicht immer grosse und lebhafte Kräfte;sie sind nicht nur Gemüthern zugetheilct die fei»und scharf fühlen, und auf die eben darum allesGute und alles Bdse heftig wirket. Des reinsten

Glückes