Druckschrift 
3 (1785)
Entstehung
Seite
69
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Achtes Capltel. 69

Er schrieb mir dabey ein sehr freundliches (*)Mistet, und beschenkte mich, noch obendrein,E Z mit

C) Obereit ist wahrlich, im Grunde, rin gutmüthige«Mann. Ich habe verschiedene Züge aus seinem Lebenangeführt, die dieses beweisen. Dieß war auch derphvsiognomischc Eindruck, den sein Gesicht mir machte,als ich ihn zum Erstenmal sah; und diesen Eindruckmachte er mir jedesmal wieder. Die größte Lonkommi-herrschet aiich in dem Billet, das ermirzwry Tage dar«auf schrieb, nachdem er zum erstenmal bey mir gegessenhatte, und baS ich b.'vs wegen des seltsamen ControstSmit seinen gegen mich öffentlich ausgegvsscnen Injurienhier Abdrucken lasse; denn dieß war mein Sieg überObereit.

Eigentlich bin ich, so viel ich weiß, der einzige Menschin der Welt, den Obereit so mishandelt hat. Aber wiekam denn auch dieser im Grunde doch gutmüchige Mannmir so wuthvoll aus de» Leib? VsmuMich «erfuhr erso, um Gottes willen, denn ein Schwärmer glaubt dochallemal den Himmel zu verdienen, wenn er einen Un»gläubigen vernichtet. Aber warum war ich, in einerWelt, in der es gewiß bösere und schädlichere Schrift«steiler giebt als ich bin, der Einzige der den HerrnObereit so über alle Begriffe aufbrachte, da ich doch aufeine so äusserst gelinde, und wenn ich es selbst sagen darf,ungewöhnlich freundlicheWeisemitIhmverfuhr? WaSreizte Ihn zu solcher Rache, wie er mir in seinem Welt«Überwinder gczciget har? Ich gestehe, daß ich dieß selbstnicht recht begreife; denn wie dürste ich alles erklärenwviien was in Sbereirs Kopfe vergeht t Mutbmassen